Als Kabarettist Wolfgang Trepper am Freitag auf die Bühne des Theaters am Marientor trat, um im Rahmen der Sportschau des Stadtsportbundes den Trainer des Jahres auszuzeichnen, unkte er vor dem Öffnen des Umschlages: „Hoffentlich ist das keine tagesaktuelle Abstimmung.“ Denn zeitgleich bekam Coach Dietmar Hirsch mit den Drittliga-Fußballern des MSV Duisburg im Spiel bei der TSG 1899 Hoffenheim II kräftig Senge. Aber die 1:4-Niederlage hatte natürlich keinen Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt. Trepper zeichnete auf Distanz Hirsch als Trainer des Jahres aus, Oberbürgermeister Sören Link kürte die Zebras später als Mannschaft des Jahres. Meiderich war am Freitag der Hotspot des Duisburger Sports. Katharin Grünwald und Erik Beukenbusch, die beim 1. MKC erfolgreich Kanupolo spielen, gewannen die Titel bei den Einzelsportlern.

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Die Duisburger Sportlerin des Jahres Kathrin Grünwald war ergriffen.
Die Duisburger Sportlerin des Jahres Kathrin Grünwald war ergriffen.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Auf der Bühne des Theaters nahmen MSV-Marketingchef Christian Koke sowie die verletzten MSV-Spieler Jakob Bookjans und Simon Symalla die beiden Preise für die Zebras entgegen. Im fernen Hoffenheim war die Freude bei den Zebras gedämpft. Trainer Dietmar Hirsch, Kapitän Ali Hahn, Geschäftsführer Michael Preetz, Sportchef Chris Schmoldt und Pressesprecher Martin Haltermann klinkten sich per Videoschalte aus dem 340 Kilometer entfernten Dietmar-Hopp-Stadion in die Duisburger Sportgala an der Plessingstraße ein.

Meine Familie sitzt im Publikum, selbst die Oma ist da.

Katharin Grünwald, Sportlerin des Jahres

Die Herren leckten wenig überraschend ihre Wunden nach der Niederlage. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir gewählt worden sind, wir haben hart dafür gearbeitet, sagte Ali Hahn. Dietmar Hirsch verwies auf das starke Kollektiv der Zebras: „Hier ist nicht einer, der nur vorturnt. Wir sind eine große Gemeinschaft, ein tolles Team.“

Das Programm der Duisburger Sportschau enthielt viel Feuer.
Das Programm der Duisburger Sportschau enthielt viel Feuer.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Bei der Wahl des Trainers und der Mannschaft hielt sich der Überraschungseffekt in Grenzen. Völlig von den Socken waren hingegen die beiden Kanupolo-Cracks des 1. Meidericher KC. Katharin Grünwald, die mit den Frauen des MKC die Deutsche Meisterschaft gewann, war so ergriffen, dass sie nach Worten rang. „Ich bin aufgeregt“, gestand die Nationalspielerin. „Meine Familie sitzt im Publikum, selbst die Oma ist da“, sagte sie, um dann herauszuheben, wie wichtig es sei, dass der MKC mit seiner Sportart Kanupolo „auf einmal soviel Anerkennung erhält.“ Erfolge sind im Amateursport mit großen Mühen verbunden. „Nebenbei“, mit diesem Wort sorgte sie für viel Schmunzeln bei den 1500 Besuchern, studiere sie ja noch Medizin. Erik Beukenbusch, der mit der Nationalmannschaft erfolgreich war, studiert Maschinenbau. Auch er freute sich darüber, dass seine Sport die große Bühne erhielt.

Die Fliegenden Homberger sorgten bei der Duisburger Sportschau wieder für Glanzlichter.
Die Fliegenden Homberger sorgten bei der Duisburger Sportschau wieder für Glanzlichter.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Katharin Grünwald, Erik Beukenbusch, Tim Rieke (Kanupolo), Max Milde (Wakeboard), Nele Moos (Para-Leichtathletik) sowie die Kanupolo-Trainer Björn Zirotzki und Mirko Günther erhielten noch gemeinsam eine Sonderehrung für ihre internationalen Erfolge bei den World Games und den Paralympics. Damit verbunden waren zwei Botschaften: Duisburg muss sich auf der internationalen Sportbühne nicht verstecken. Und Duisburg ist bereit für eine mögliche Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr. Am 19. April soll es dazu ein Bürgerreferendum geben.

Die Klasse 4b der Grundschule an der Großenbaumer Allee hatte ihren großen Auftritt.
Die Klasse 4b der Grundschule an der Großenbaumer Allee hatte ihren großen Auftritt.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Nicht nur die Sportler und Sportlerinnen des Jahres standen im Scheinwerferlicht. Auch Showacts sorgten in der ausverkauften Halle einmal mehr für Begeisterung. Die Kids der Grundschule Großenbaumer Allee nutzten ebenso ihren Heimvorteil wie auch die Fliegenden Homberger. Den verdienten Applaus genossen auch die nationalen und internationalen Künstler. Dazu zählten die Elefanten aus Berlin, die durchaus gut durchtrainiert daherkamen. Aus der Hauptstadt kamen auch die Cyr-Wheel-Akrobatin Carolin Liesegang und Comedian Andreas Wessels. Fernab der Heimat war der chilenische Zirkuskünstler Alonso Gonzalez Barria im Einsatz.

Die Ergebnisse der Sportlerwahl

Sportlerin des Jahres: 1. Katharin Grünewald (1. Meidericher KC, Kanupolo), 2. Nele Moos (Bayer Leverkusen, Para-Leichtathletik), 3. Sinia Plotz (SV Uerdingen 08, Wasserball), 4. Chinette Lauridsen (Bertasee Duisburg, Para-Kanu), 5. Ena Mahmutovic (FC Bayern München, Fußball), 6. Sophia Schwabe (Hockey, Düsseldorfer HC) 7. Nova Müller (KSV Wedau, Kanuslalom), 8. Linda Meier (Hyrox).

Sportler des Jahres: 1. Erik Beukenbusch (1. Meidericher KC, Kanupolo), 2. Patrick Sussek (MSV Duisburg, Fußball), 3. Max Milde (Wakeboard), 4. Sascha Seifert (ASC Duisburg, Wasserball), 5. Tim Eikermann (Bayer Leverkusen, Leichtathletik), 6. Julian Hikel (Rumelner TV, Beach-Volleyball), 7. Colin Lottner (Westende Hamborn, Boxen), 8. Paul Scholz (Duisburger Ruderverein, Rudern).

Trainer des Jahres: 1.  Dietmar Hirsch (MSV Duisburg, Fußball), 2.  Björn Zirotzki (1. Meidericher KC, Kanupolo), 3.  Frank Hebink (1. Meidericher KC, Kanupolo); 4. Susi Wollschläger (Club Raffelberg, Hockey), 5. Andre Brendel (Bertasee Duisburg, Para-Kanu), 6. Vuk Vuksanovic (ASC Duisburg, Wasserball), 7. Levent Tuncat (LT Sports, Taekwando), 8. Tim Leusmann (Club Raffelberg, Hockey).

Mannschaft des Jahres: 1.  MSV Duisburg (Fußball, Männer), 2.  1. Meidericher KC (Kanupolo, Frauen), 3. Club Raffelberg (Hockey, Frauen), 4. ASC Duisburg (Wasserball, Frauen), 5. Club Raffelberg (Hockey, Männer), 6. Freie Schwimmer (Unterwasser-Rugby), 7. ASC Duisburg (Wasserball, Männer), 8. Rhein Fire (American Football).

Die 46. Sportschau stand im Zeichen mehrerer Abschiede. Die Kanupolo-Trainer Björn Zirotzki und Mirko Günther gaben bekannt, dass sie in den „sportlichen Ruhestand“ treten werden. Wolfgang Trepper würdigte Stadtsportbund-Chef Hans-Joachim Goßow, der sich aus dem Verband der World Games zurückzieht. Die besondere Note: Als Trepper in den 90ern Manager bei den Bundes- und Zweitliga-Handballern des OSC Rheinhausen war, musste er Goßow über dessen Entlassung informieren. Die Zeit heilt Wunden. Goßow selbst sagte, dass die Zeit für eine Staffelübergabe gekommen sei. Wer im Detail welchen Staffelstab erhält, blieb offen. Der Stadtsportbund wird sich dazu vermutlich auf seiner Bilanzpressekonferenz im Dezember äußern.

Zum Abschied als Stadtsportbund-Geschäftsführer erhielt Uwe Busch das Spielmacher-Trikot des MSV Duisburg.
Zum Abschied als Stadtsportbund-Geschäftsführer erhielt Uwe Busch das Spielmacher-Trikot des MSV Duisburg.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Fakt ist, dass Stadtsportbund-Geschäftsführer Uwe Busch, der das Programm der Sportschau wieder gemeinsam mit Christoph Gehrt-Butry zusammengestellt hatte, Ende des Jahres in Rente geht. Der MSV überreichte ihm am Freitag als Abschiedsgeschenk ein Trikot mit der Spielmachernummer 10. Was Busch nach der Show immerhin schon verraten konnte: Als vorläufiger Termin der 47. Sportschau steht der Freitag, 6. November 2026, im Kalender.

Kanupolo-Spieler Erik Beukenbusch ist Duisburgs Sportler des Jahres.
Kanupolo-Spieler Erik Beukenbusch ist Duisburgs Sportler des Jahres.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia