Edwin Schitz hatte sich am Donnerstag noch gewünscht, dass es von Beginn an läuft. Das hat nicht geklappt. Mit 1:3 lagen die Füchse gegen die Saale Bulls Halle hinten. Die Verlängerung brauchte der Eishockey-Oberligist diesmal aber nicht, um die Partie noch zu drehen. Der EV Duisburg baut seine Siegesserie aus und schickt einen weiteren Großen der Liga mit 8:5 (1:2, 3:1, 4:2) nach Hause.

„Wir waren im ersten Drittel die bessere Mannschaft“, sagte Halles Trainer Marko Raita, „aber im zweiten Drittel lief das Spiel in genau die andere Richtung. Wir haben dann zu kompliziert und undiszipliniert gespielt. Am Ende war das eine gute Lektion für uns.“ Ähnlich sah es auch Füchse-Coach Frank Petrozza: „Wir waren im ersten Drittel nicht bereit zu laufen, kamen immer zu spät. Aber dann haben wir unsere Identität gezeigt. Ich musste in der Kabine nicht einmal viel sagen. Das ist unsere Mentalität.“

Aber dann haben wir unsere Identität gezeigt. Ich musste in der Kabine nicht einmal viel sagen. Das ist unsere Mentalität.

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg

Irgendwie fühlte sich dieses Spiel kälter an als die Partien zuvor. Den Reißverschluss ein Stück weiter nach oben, ein paar bange Blicke. Denn es lief so gar nicht bei den Füchsen. Die Gäste gaben schon nach zehn Sekunden den ersten Torschuss ab. Aufbaupässe der Hausherren? Die gingen fast immer schief. Stets waren die Hallenser einen Schritt schneller, liefen in die Duisburger Passwege. Und dann noch dieses 0:1. Ein Schuss aus spitzem Winkel von Elvijs Biezais rutsche irgendwie durch. Fast schon klar, dass der Rettungsversuch eine Millisekunde zu spät kam (4.). Die Saale Bulls waren das bessere Team und erhöhten durch Sebastian Christmann auf 2:0 (12.). Kurz zuvor gab es den ersten echten Torschuss der Füchse. Knapp drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels flackerte das Füchse-Spiel zum ersten Mal auf. Nardo Nagtzaam kam mit Schwung hinter die Gästerverteidiger, legte quer und Edwin Schitz stellte den 1:2-Anschluss her.

Das fühlte sich dann schon wieder etwas besser an. Obwohl Robin Palka ein Powerplay der Gäste recht fix zum 3:1 für Halle nutzte (23.), lief der EVD dann plötzlich heiß. Der erneute Anschluss war dann auch gleich noch ein Erstlingswerk: Förderlizenzspieler Bence Farkas verwandelte einen Querpass zu seinem ersten Tor für die Füchse. Klar, dass der Puck für ihn eingesammelt wurde und er beim Weg auf die Mannschaftsbank einen Extra-Klaps seiner Teamkollegen und von Trainer Frank Petrozza bekam (25.). Plötzlich übernahmen die Gastgeber das Kommando und trafen zum Ausgleich, vielleicht sogar zweimal. Denn schon beim ersten Torschuss von Verteidiger Erek Virch jubelten die Füchse – und Gästekeeper Nils Kapteinat stellte auch seine Reaktionen ein. War der drin? Egal, denn der Nachschuss von Jack Bloem eine Sekunde später war es in jedem Fall (28.). Beim 4:3-Führungstreffer wurde es richtig schick: Denn ein Diagonalpass von Edwin Schitz fand genau die Kelle von Nardo Nagtzaam, der schließlich im Nachschuss erfolgreich war (33.). Kapteinat verließ daraufhin das Tor – für ihn kam Daniel Allavena ins Hallenser Gehäuse.

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Doch Halle war noch längst nicht besiegt – und das obwohl Michael Fomin in Überzahl auf 5:3 erhöhte hatte (45.). Zwei Minuten später stellte Halle durch Aaron Reining, ebenfalls im Powerplay, den Anschluss her, ehe Marvin Neher einen Pass direkt zum 5:5 verwertete (49.). Doch dann packte Sandis Zolmanis wieder mal seine goldenen Händchen aus, schickte Egils Kalns auf den Weg zum Tor, der es dann auch sauber traf (56.). Am Sonntag (16 Uhr) geht es für den EVD mit dem Auswärtsspiel bei den Icefighters Leipzig weiter.

Die Statistik:

Tore: 0:1 (3:35) Biezais (Domogalla, Wilenius), 0:2 (11:52) Christmann (Akermann, Palka), 1:2 (17:07) Schitz (Nagtzaam, Farkas), 1:3 (22:45) Palka (Schmid, Reinig/5-4), 2:3 (24:12) Farkas (Nagtzaam, Virch), 3:3 (27:27) Bloem (Virch, Münzenberger), 4:3 (32:53) Nagtzaam (Virch, Schitz), 5:3 (44:48) Fomin (Ackers, Nagtzaam/5-4), 5:4 (46:47) Reinig (Domogalla, Palka/5-4), 5:5 (48:02) Neher (Domogalla, Biezais), 6:5 (55:13) Kalns (Zolmanis), 7:5 (59:15) Nagtzaam (Kiedewicz, Schitz/ENG), 8:5 (59:58) Kalns (ENG).

Strafen: Duisburg 8, Halle 12 + 10 (Akermann).

Zuschauer: 1134.