Das hat lange gedauert – und zweieinhalb Minuten vor dem Ende sah es auch nicht danach aus, als würde den Füchsen der erste Auswärtssieg in einem Punktspiel der Eishockey-Oberliga Nord bei den Tilburg Trappers seit dem 4. Oktober 2015 gelingen. Denn zu diesem Zeitpunkt lag der EV Duisburg mit 2:4 zurück und spielte in Unterzahl. Doch am Ende gingen die Füchse mit einem 5:4 (2:2, 0:1, 2:1, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung als Sieger vom Eis.

Wir haben allen gezeigt, dass wir ein Team sind. Ich bin stolz auf die Jungs.

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg

„Das war ein richtig gutes Spiel“, strahlte Trainer Frank Petrozza nach der Partie. „Wir haben uns gut gegen Tilburg behauptet. Uns war klar, dass sie Druck machen würden, nachdem sie zweimal verloren hatten. Der Anschlusstreffer hat uns das Momentum gegeben. Wir haben allen gezeigt, dass wir ein Team sind. Ich bin stolz auf die Jungs.“ Trappers-Trainer Danny Albrecht sagte nach der dritten Tilburger Niederlage in Folge: „57 Minuten lang habe ich ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen. Danach haben wir schlechte Entscheidungen getroffen.“

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Mit vier Förderlizenzspielern – Tobin Brandt, Max Ziergiebel und Dominik Klein aus Köln sowie Bence Farkas aus Iserlohn – konnten die Füchse trotz der Ausfälle von Martin Schymainski und Klavs Planics mit vollen vier Reihen im IJssportcentrum Stappegoor antreten. Und das war auch nötig. In den ersten neun Minuten ging die Partie hoch und runter. Dabei hielten die Füchse mit extrem viel Laufbereitschaft dagegen. Schließlich hatte Füchse-Assistenzkapitän Michél Ackers im Vorfeld der Partie gesagt: „Du musst in Tilburg von Beginn an wach sein, sonst wirst du dort überrannt.“ Die vier Youngster waren dabei nicht nur schnell laufendes Füllwerk, sondern hatten selbst Chancen: So bereitete Bence Farkas eine Chance von Tobin Brandt in der achten Minute vor. Dann wurde das Drittel spektakulär: Denn erst ging Tilburg durch Marvin Timmer, der nach einem Abpraller abstaubte in Führung (9.), ehe der EVD das Spiel zu seinen Gunsten drehte: Nur 70 Sekunden später war es ein schicker Doppelpass von Egils Kalns und Sandis Zolmanis, der den Ausgleich brachte (10.). Dabei drehte sich Zolmanis rückwärts um seinen Gegenspieler und brachte den Puck per Rückhand zurück zu Kalns. Kurz vor der Pause gingen die Füchse in Führung, als Adam Kiedewicz eine Vorlage von Pascal Grosse zum 2:1 unter die Latte nagelte (19.). Doch ein Powerplay brachten den Niederländern den späten Ausgleich: Sechs Sekunden vor der Pause traf Max Hermens zum 2:2.

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Im Mittelabschnitt passierte ergebnistechnisch nicht viel, doch die Hausherren waren nun über weite Strecken die bestimmende Mannschaft. Immer wieder griff Füchse-Goalie Leon Willerscheid mit teils bemerkenswerten Paraden ein und hielt das Remis fest. Als es schon danach aussah, als wäre das 2:2 auch der zweite Pausenstand, waren die Füchse einmal zu nachlässig, was Mike Dalhuisen mit dem 3:2 der Trappers bestrafte – nur eine Sekunde vor der Sirene. Als Matt McLeod nur vier Minuten nach Wiederbeginn auf 4:2 für die Hausherren stellte, schien die Partie entschieden.

Die Trappers schienen die Kontrolle zu haben – mit der Betonung auf „schienen“. Ausgerechnet Ex-Trapper Nardo Nagtzaam stellte den EVD zurück aufs Gleis. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende stibitzte er die Scheibe in Unterzahl, lief alleine auf Ruud Leeuwesteijn zu und markierte den Anschlusstreffer. Eine Minute vor dem Ende nahm Frank Petrozza den mal wieder überragenden Leon Willerscheid vom Eis und nach einer schicken Vorlage von Sandis Zolmanis nahm Egils Kalns den Puck direkt und glich 29 Sekunden vor dem Ende aus. In der Overtime ging es hoch und runter. Kaum hatten die Trappers den Pfosten getroffen, legte wieder Zolmanis auf – diesmal war Erek Virch zur Stelle und sicherte den Füchsen den Sieg in Nordbrabant (63.).

Die Statistik:

Tore: 1:0 (8:49) Timmer (Vogelaar), 1:1 (9:59) Kalns (Zolmanis, Kiedewicz), 1:2 (18:44) Kiedewicz (Grosse, Zolmanis), 2:2 (19:54) Hermens (McLeod, Marinaccio/5-4), 3:2 (39:59) Dalhuisen (Hermens, Roth), 4:2 (44:12) McLeod (Muller, Timmer), 4:3 (57:32) Nagtzaam (4-5), 4:4 (59:31) Kalns (Zolmanis, Ackers/6-5), 4:5 (62:08) Virch (Zolmanis)

Strafen: Tilburg 4, Duisburg 8.

Zuschauer: 2585.