Mit diesem Punkt können die Zebras leben. Fußball-Drittligist MSV Duisburg erzielte am Dienstag im Nachholspiel beim Halleschen FC ein 1:1 (0:1). Zwar sagte MSV-Trainer Pavel Dotchev: „Es war mehr drin“. Zugleich lobte er aber auch „die Art und Weise, wie wir gekämpft haben“.
Pavel Dotchev drehte erneut am Rotationsrad, nahm im Vergleich zur 1:3-Niederlage in Köln fünf Wechsel vor – um mehr Stabilität zu erlangen, wie der MSV-Coach vor der Partie unterstrich. Wilson Kamavuaka kehrte erwartungsgemäß ins defensive Mittelfeld zurück. Etwas überraschend erhielt Sinan Karweina im offensiven Mittelfeld das Vertrauen. Auf der Außenbahn lief Ahmet Engin auf und bestritt sein 250. Pflichtspiel seit 2011 (damals kickte er noch in der U 17).
Die Umstellungen verfehlten ihre erhoffte Wirkung zunächst nicht. Die Zebras präsentierten sich in der Anfangsphase stabiler. Wilson Kamavuaka gab der Mannschaft im defensiven Mittelfeld Sicherheit, die Innenverteidigung mit Dominik Schmidt und Dominic Volkmer arbeiteten in den ersten Minuten solide – so, wie es sein sollte.
Der MSV hatte in dieser Phase mehr vom Spiel, konnte allerdings in der Offensive nur wenig bewegen. In der 26. Minute verbuchten die Gäste die erste Möglichkeit. Sinan Karweina setzte sich auf dem rechten Flügel durch, Aziz Bouhaddouz kam im Zentrum allerdings einen Schritt zu spät, um die Flanke zu verwerten. Es folgten latent gefährliche Distanzschüsse von Max Sauer (27.) und Wilson Kamavuaka (30.).
Gegentor ärgert Duisburgs Sportdirektor Grlic
In der 33. Minute hatte sich die Sache mit der Stabilität in der Duisburger Defensive erledigt. Mit der ersten ernsten Offensivaktion hebelte Halle die Gästeabwehr aus und erzielte das Führungstor. Jan Shcherbakovski düpierte die Duisburger Innenverteidigung und traf zum 1:0. „Da pennen wir. Das darf uns nicht passieren“, schimpfte MSV-Sportdirektor Ivica Grlic in der Halbzeitpause. „Das war zu einfach“, so Innenverteidiger Dominic Volkmer nach der Partie
In der 43. Minute ging das Duell zwischen MSV-Torwart Leo Weinkauf und HFC-Stürmer Terrence Boyd in eine neue Runde. Beim 0:0 im Hinspiel war Boyd am Duisburger Schlussmann verzweifelt. So ging es weiter: Weinkauf parierte gegen Boyd, der aus zehn Metern frei zum Schuss gekommen war.
Nach dem Seitenwechsel waren die Duisburger hellwach. Diesmal düpierten sie die gegnerische Abwehr. Moritz Stoppelkamp bediente in der 52. Minute Aziz Bouhaddouz, von dem bis dahin nichts zu sehen gewesen war. Der Duisburger Stürmer war nun aber allgegenwärtig: Er traf zum 1:1.
MSV-Keeper Weinkauf siegt wieder gegen Boyd

Halle antwortete mit Terrence Boyd, aber der US-Amerikaner scheiterte einmal mehr an Weinkauf (57.). Das Spiel blieb umkämpft. Beide Mannschaften kamen aber kaum noch zu Torchancen. In der 81. Minute verlor der MSV Wilson Kamavuaka durch eine gelb-rote Karte.
Der Mittelfeldspieler dürfte auf Schiedsrichter Lukas Benen schlecht zu sprechen sein: Ob sein Foulspiel gelbwürdig war, ist diskussionswürdig. Allerdings muss sich der Duisburger auch über sich selbst ärgern: Die erste gelbe Karte hatte sich Kamavuaka eingehandelt, weil er bei einem Freistoß des HFC den Ball nicht herausrücken wollte. Somit werden Kamavuaka und Dominic Volkmer (fünfte gelbe Karte) am Samstag im Heimspiel gegen Türkgücü München fehlen.
In Unterzahl wäre dem MSV beinahe noch der Lucky Punch gelungen. Auf Zuspiel von Leroy-Jacques Mickels kam Orhan Ademi zweimal aus kurzer Distanz zum Abschluss, Halle konnte die Bälle jedoch abblocken (86.). In der Schlussphase machte Halle Druck, doch der MSV hatte noch zwei Konterchancen. Joshua Bitter und Dominic Volkmer vergaben die Möglichkeiten.
Youngster Julian Hettwer wird dem MSV mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Der Angreifer hatte sich im Training eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen. Eine MRT-Untersuchung ergab nun, dass der 17-Jährige längerfristig aussetzen muss.


