Badminton ist eine der wenigen Sportarten, in denen Frauen und Männer im Ligabetrieb gemeinsam antreten. Dann werden nach Geschlechtern getrennte Einzel und Doppel gespielt, aber auch ein gemischtes Doppel. Am Ende gibt es eine gemeinsame Wertung. Umso erstaunlicher ist es, dass es in Bottrop gerade in dieser Sportart jetzt ein reines Angebot für Frauen gibt.
An vier Dienstagen hat die Bottroper Badmintongemeinschaft (BBG) dieses Angebot geschaffen. Neun Frauen und zwei Trainerinnen haben sich regelmäßig in der Sporthalle an der Berufsschule getroffen. Mit und ohne Badminton-Erfahrung.
Nur Frauen beim Training in Bottrop: Es geht um die Atmosphäre
„Es ist einfach eine ganz andere Atmosphäre, wenn nur Frauen da sind. Dann ist kein Mann dabei, der herumbrüllt oder den Besseren heraushängen lässt“, erzählt Safia Binder, die die Idee für diese Gruppe hatte und sie gemeinsam mit Lisa Jakubowski leitet. Sie sind sich sicher, dass es für die Frauen „eine total schöne Erfahrung ist und es auch mal gut tut, nur unter Frauen zu sein.“
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Das sieht auch ihre Trainerkollegin Lisa Jakubowski so. Die 16-Jährige, für die es das erste Projekt solcher Art ist, sagt: „Ich finde es cool, für Frauen einen Raum zu schaffen, in dem nicht sofort ein Mann zuguckt.“
Bottroper BG möchte die Frauen für den Verein gewinnen
Und die Idee findet Anklang. Nach einer kurzen theoretischen Einführung geht es für die Spielerinnen auch schon auf den Court. Manche haben mehr, andere weniger Vorerfahrung. Sie halten den Ball hoch, spielen ihn dann auch schnell über das Netz. Die Angaben werden geübt.
Es herrscht konzentrierte Stille in der Halle, die kurzen Pausen werden für einen netten Plausch genutzt. „Ich glaube schon, dass es so ganz unter Frauen anders ist. Unter Frauen ist dann ja auch immer so ein anderes Gemüt, es ist entspannter“, sagt Teilnehmerin Lisa Wollny. Für sie war der ausschlaggebende Punkt für die Anmeldung nicht, dass nur Frauen mit dabei sind, aber „ich finde es ganz spannend, mal zu gucken, ob es da Unterschiede gibt“, sagt sie.
Für den Verein geht es am Ende natürlich auch darum, die Sportlerinnen für den Verein zu begeistern und zu gewinnen. „Wir sind immer auf der Suche nach Frauen“, sagt Safia Binder. Mit der neuen Trainingsgruppe ist ein Anfang gemacht – und vielleicht, bleibt die eine oder andere am Ende dabei.



