Zusammenfassung
- Am Donnerstag startet A-Kreisligist VfL Grafenwald in die Vorbereitung unter der neuen Trainerin Soumiya Bouhadi.
- Die 34-Jährige bringt Erfahrung als Co-Trainerin mit und lehnte Angebote aus dem Frauenfußball von Schalke und Borussia Dortmund ab.
- Der VfL Grafenwald strebt unter Bouhadis Führung den Aufstieg an.
Zuletzt grüßten die Fußballer des VfL Grafenwald von der Insel: Gefühlt weilte fast ganz Fußball-Deutschland auf Mallorca, und da durften die Wöller natürlich nicht fehlen. Doch nun wird es wieder ernst, die neue Saison nähert sich rasant und mit dem Trainingsauftakt am Donnerstag ist die fußballfreie Zeit endgültig vorbei. Das Training wird dann von Soumiya Bouhadi geleitet. Zuletzt war die 34-Jährige als Co-Trainerin des Mülheimer Landesligisten Blau-Weiß Mintard aktiv. Angesprochen auf einen möglichen Cheftrainerposten sagte sie schon im vergangenen Jahr im Gespräch mit dieser Zeitung: „Andere hätten den schon längst mit meiner Qualität.“
Nun ist es soweit, Soumiya Bouhadi ist die Cheftrainerin des VfL Grafenwald in der Kreisliga A. Es ist zudem eine Premiere in der Region und eine Seltenheit an sich: Trainerinnen im Männer-Fußball sind in Deutschland nicht häufig anzutreffen. Sabrina Wittmann ist als erste Profi-Trainerin beim Drittligisten FC Ingolstadt aktiv, in Brandenburg trainiert Ex-Spielerin Lea Bahnemann den Landesligisten Concordia Buckow/Waldsieversdorf. Das war es derzeit dann auch schon mit aktiven Fußball-Trainerinnen im Männerbereich.

VfL Grafenwald: Feuer und Flamme für den Job
„Bitte nicht darauf fokussieren, dass ich eine Frau bin. Ich bin ein Mensch mit Fußball-Sachverstand. Das Geschlecht ist in dem Fall egal“, gibt Bouhadi direkt zu verstehen. Hauptberuflich arbeitet sie in ihrer Heimatstadt Mülheim als Projektmanagerin, Co-Trainerin war sie vor ihrer Zeit in Mintard als Assistentin von Ex-Nationalspieler David Odonkor bei den Männern des Mülheimer FC und des VfB Speldorf an der Seite von Bartosz Maslon. Einen Cheftrainerposten allerdings bekam sie nur im Frauenfußball angeboten. Interesse gab es vom FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Und obwohl sie selbst einst in der Jugend des FCR Duisburg und der SGS Essen spielte, sagt die Mülheimerin: „Ich habe gar keine Erfahrung im Trainieren von Frauenteams. Nur im Männerbereich.“
In dem wollte und wird die Inhaberin der Trainer-B-Lizenz nun weiter bleiben. Der VfL Grafenwald überwand schnell den Schock über den Weggang von Trainer Sebastian Stempel und fragte nach Empfehlungen bei Soumiya Bouhadi an. „Ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der so Feuer und Flamme für den Job ist“, sagt Sven Koutcky, scheidender Sportlicher Leiter der Grafenwälder, der die Verpflichtung mit seinem Nachfolger Daniel Kregar zusammen tätigte. „Fachlich und menschlich passt sie super zu uns. Sie wird uns weiterbringen“, findet auch Kregar.
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Der VfL Grafenwald beendete die vergangene Saison an vierter Stelle der Tabelle, in der kommenden Saison soll der Aufstieg folgen. Unter Soumiya Bouhadi. Die ist glücklich, dass sie endlich die Chance auf mehr Verantwortung bekommt – und ist entsprechend selbstbewusst: „Ich bin ein Taktikfuchs und topmotiviert. Die Jungs in Grafenwald haben Bock, der Verein will neue Wege gehen – das passt.“


