Am vergangenen Samstag flogen bei der großen Kampfsport-Veranstaltungsreiheflogen bei „Oktagon 70“ einmal mehr die Fäuste. Das Event im tschechischen Karlovy Vary (dt.: Karlsbad) sollte eigentlich auch für den Bottroper MMA-Kämpfer Marc Doussis zum großen Comeback werden: Mit dem Kampf gegen Daniel Skvor kehrte er nach einjähriger Verletzungspause zurück in den achteckigen Ring. Ein Happy End blieb dem 35-Jährigen vor tausenden Fans allerdings verwehrt. Vielmehr endete das Kräftemessen mit dem Tschechen in einer üblen Niederlage für Doussis. Der übt im Nachhinein Selbstkritik.
Prägend waren die Bilder allemal, die es vom Kampfgeschehen am Samstagabend zu sehen gab. Doussis wirkte im Vorfeld sehr positiv gestimmt, zeigte sich respektvoll und zuversichtlich. Und er startete gegen Skvor gut ins Duell, wirkte agil, angriffslustig und brachte sein Gegenüber sogar schnell zu Boden. Damit hatte der Halbschwergewichtler seinen Kontrahenten frühzeitig da, wo er ihn haben wollte – die Schläge, die Doussis nachfolgend verteilte, verfehlten dann jedoch ihre Wirkung. „Ich bin eigentlich gut reingekommen, habe aber nicht vernünftig nachgesetzt“, haderte der Kämpfer mit sich selbst, „anstatt es zu beenden, habe ich dem Gegner die Zeit gegeben, sich wieder zu erholen.“
Bottroper MMA-Kämpfer nach Comebackfight: Niederlage mit Trainerteam analysieren
Von einer „Blockade im Kopf, es ruhig angehen zu lassen“ sprach Doussis, „das entspricht eigentlich nicht meiner Natur.“ Skvor raffte sich im Gegenzug auf, setzte nach nicht ganz zwei Minuten zu einem Kinnhaken an und traf damit voll ins Schwarze. Denn der Bottroper fiel um wie eine Bahnschranke, verlor im Sturzgeschehen sogar kurzzeitig das Bewusstsein und blieb zunächst benommen am Ringboden liegen. Nach dem Knockout wurde das Duell durch den Ringschiedsrichter umgehend beendet, Doussis musste im weiteren Verlauf zur Kontrolle ins örtliche Krankenhaus. Von dort gab der 35-Jährige aber noch am gleichen Abend Entwarnung. „Es geht mir gut“, schrieb er auf Social Media und bedankte sich sogleich für die große Unterstützung.
Doch auch mit etwas zeitlichem Abstand sitzt der Schmerz beim Bottroper tief. „Körperlich geht es mir gut“, so Doussis, „es ärgert aber, wenn man kurz davor ist, zu gewinnen.“ Den Grund für die Niederlage gilt es nun gemeinsam mit dem Trainerteam zu ermitteln, um eine Optimierung für kommende Kämpfe zu ermöglichen. „Wir müssen schauen, was wir in Zukunft ändern“, erzählt der MMA-Profi, „das Training verläuft gut, die Resultate in den letzten zwei Kämpfen passen aber eben nicht mehr.“ Zum zweiten Mal in Folge verlor Doussis bei einem Oktagon-Kampf vorzeitig, im vergangenen Jahr erwischte es ihn gegen Pavol Langer.
MMA: Zukunft von Doussis' Kämpfen noch ungewiss
Ein mögliches Problem hat der Bottroper schon einen Tag nach seiner Niederlage ausgemacht: Der drastische Gewichtsverlust könnte demnach eine Schwachstelle verursacht haben. „Ich hatte mit dem Weight Cut große Probleme, in zehn Tagen habe ich an die 13 Kilo abgenommen. Der Kampf stand auf der Kippe. Es könnte eine Erklärung sein, weshalb ich im Kinnbereich anfällig war.“
Wohlbemerkt: Der Bottroper hat mit Langer und Skvor gegen die Nummer eins und die Nummer vier der größten MMA-Organisation Europas gekämpft. „Es waren keine Aufbaugegner, gegen solche Leute kann man verlieren“, so Doussis. Für die Veranstaltung hatte er derweil nur warme Worte übrig: „Oktagon 70 war ein großes Event in einer tollen Stadt. Die Ausgabe war die vielleicht beste der Geschichte. Das hohe Level hat man ja am Kampfgeschehen erkennen können, fast alle Kämpfe gingen Hin und Her und endeten mit einem Knockout.“ Wann Doussis zum nächsten Kampf einlaufen wird, steht noch nicht fest.


