Der Druck für die Elf von Noch-Trainer Martin Stroetzel im Abstiegskampf ist wieder ein Stück größer geworden. Nach dem guten Jahresstart folgte jetzt die zweite Niederlage nach der Verkündung der Trennung vom Trainer im Sommer. Ein Zusammenhang zwischen dieser Meldung und den Leistungen der Kirchhellener ist nicht auszuschließen.

Aber schwieriger hätten seitdem die Voraussetzungen für den VfB mit Blick auf die restlichen Ligawochen wohl auch kaum sein können. Heute kam mit dem BV Herne-Süd immerhin der Tabellenführer nach Bottrop-Kirchhellen. Trotz des 1:3 konnte Stroetzel dem Spiel viel Positives abgewinnen. Das soll Mut machen, den Abstiegskampf noch zu einem glücklichen Ende zu bringen.

Fußball Bezirksliga in Bottrop: VfB-Kirchhellen-Coach lobt Team trotz Niederlage

So zeigte sich der VfB-Coach trotz der zehnten Saisonpleite für seine Schützlinge mit der dargebotenen Leistung mehr als einverstanden. „Im Grunde sind dies doch eh die einfachsten Spiele“, fasste Stroetzel die Situation treffend zusammen. „Deshalb erwartet im Prinzip niemand wirklich etwas von uns, wir haben demnach gar nichts zu verlieren“, führte Stroetzel fort, „daran bemessen, hat sich die Mannschaft sehr teuer verkauft. Man kann niemandem den Vorwurf machen, nicht alles gegeben zu haben.“

Fußball Bezirksliga: VfB Kirchhellen - BV Herne-Süd. Die Kirchhellener Abstiegskandidaten hielten gegen den Tabellenführer aus Herne gut dagegen.
Die Kirchhellener Abstiegskandidaten hielten gegen den Tabellenführer aus Herne gut dagegen.© FUNKE Foto Services | Oliver Müller

Allein in diesem Punkt erkannten die Bottroper im Vergleich zur Vorwoche schon eine deutliche Steigerung, denn noch das 3:6 beim SC Hassel tat dem Bezirksligisten spürbar weh und ließ die Sorgenfalten immer deutlicher werden. „Da hatten wir schon ziemliche Zweifel, da wir einiges vermissen ließen“, so Stroetzel, dessen Elf gegen Herne schließlich eine Steigerung auf das Spielfeld brachte. „Mit etwas mehr Glück hätten wir zur Pause sogar führen können, wir haben uns als guter Gegner erwiesen und gerade im ersten Durchgang kaum etwas zugelassen“, fand der VfB-Trainer lobende Worte. Und noch mehr: „Wenn es nach mir geht, so haben wir in den ersten 45 Minuten die bislang vielleicht beste Halbzeit gespielt.“

Slapstick-Situation führte zum Rückstand für den VfB Kirchhellen

Mit einer Reihe an verletzungsbedingten Wechseln und nur einem etablierten Defensivspieler in Person von Lars Josten wehrte sich der VfB gegen Herne nach Kräften und verpasste nach einem schnell herausgespielten Angriff kurz vor dem Pausenpfiff gar um Haaresbreite das 1:0. Das hatte Jonas Kruppa aus halblinker Position praktisch auf dem Fuß. Stroetzel: „Das hätte uns natürlich nochmal zusätzlich gut getan und hätte den Spielverlauf vielleicht auch zu unseren Gunsten beeinflusst.“

Erst eine Slapstick-Situation sorgte nach dem Seitenwechsel dafür, dass das Duell den erwarteten Verlauf nehmen sollte: Ein langer Einwurf wurde vom VfB unglücklich verlängert, Nutznießer am zweiften Pfosten war Hernes Ioannis Orkas (58.). Keine zwei Minuten später erhöhten die Gäste sogar auf 2:0 (60.). Stroetzel: „Zwei Situationen haben uns ins Hintertreffen gebracht, das Team hat sich danach aber nicht aufgegeben.“

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Denn Stefan Kahnert verkürzte für die Hausherren nach einem Standard auf 1:2 (74.), der VfB investierte somit in der Schlussphase viel und setzte alles auf eine Karte. Erst in der 89. Minute stellte der Spitzenreiter mit dem 3:1 den Endstand her. Stroetzel: „Trotzdem nehmen wir für uns aus diesem Spiel viel Gutes mit. Die Mannschaft will den Klassenerhalt schaffen. Und es ist auch mein persönliches Ziel, denn ich bin immer noch Trainer vom VfB Kirchhellen. Ich hatte hier stets eine gute Zeit und möchte sie mit dem Ligaverbleib entsprechend zum Abschluss bringen.“ Als Tabellenzwölfter stehen die Bottroper nunmehr vor wegweisenden Wochen: Unter anderem spielt der VfB kommenden Freitag im Derby gegen den SV Zweckel.