Paralympics

Silber ist für Valentin Baus das größte Glück

Valentin Baus mit seinem Goldstück, das ja tatsächlich aus Silber ist.

Valentin Baus mit seinem Goldstück, das ja tatsächlich aus Silber ist.

Foto: imago/Pressefoto Baumann

Die Silber-Medaille im Rollstuhl-Tischtennis bei den Paralympischen Spielen ist für Valentin Baus das größte Glück und Ansporn für die Zukunft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es war sein größter Traum, den er sich in Rio de Janeiro erfüllt hat. Ein Traum, auf den er vier Jahre lang hingearbeitet hat: Die Silber-Medaille im Rollstuhl-Tischtennis bei den Paralympischen Spielen ist für Valentin Baus das größte Glück. „Es war für mich eine besondere Zeit, an die ich mich immer sehr gerne zurück erinnern werde“ sagt der 20-Jährige von der TTG Weitmar. Nach seiner Rückkehr ging es bislang von Termin zu Termin in Deutschland: „Bis ich das alles verarbeitet habe, wird es noch etwas brauchen.“

Es ist ja auch viel passiert an der Copacabana. Als Weltranglistendritter und amtierender Weltmeister flog Baus zu den Paralympischen Spielen. Schon der erste Gang ins Paralympische Dorf, dann natürlich die Eröffnungsfeier waren Riesen-Erlebnisse für den angehenden Studenten. „Die Stimmung bei den Paralympics war für mich einmalig. So viele Länder, verschiedene Sportarten“, schwärmt Baus, der sich speziell an eines gerne erinnert: „Für mich war es sehr besonders, als ich zum ersten Mal in die Halle eingelaufen bin und spielen musste. Die ganze harte Arbeit, und nun war ich da und konnte zeigen wie gut ich bin.“

Genau das machte er von Beginn an. An der Platte war von Nervosität keine Spur zu sehen. In der Vorrunde gab er keinen einzigen Satz ab, obwohl er im ersten Spiel gegen Lokalmatador Claudiomiro Segatto ran musste. Zunächst musste Baus kämpfen, dann fand er zu seinem Spiel: 11:9, 11:6, 11:3 hieß es in der Endabrechnung. Tags darauf gelang ihm auch gegen Jack Hunter-Spivey aus Großbritannien ein 3:0 (11:4, 11:8, 12:10).

Im Viertel- und Halbfinale setzte sich die Serie fort. Als einziger Spieler im Turnier blieb Baus ohne Satzverlust. Im Viertelfinale bekam er es mit dem Ägypter Ehab Fetir zu tun, gegen den er beim Weltcup noch klar verloren hatte. Diesmal fegte der Bochumer Fetir mit 11:8, 11:7 und 11:5 von der Platte. Auch der Serbe Mitar Palikuca im Semifinale stellte Baus vor wenig Probleme (11:8, 12:10, 11:5). Nach dem Sieg war er glücklich: Eine Medaille war ihm sicher.

So trauert er der Niederlage im Endspiel gegen den Weltranglistenersten Ningning Cao (China) auch nicht mehr hinterher, zumal es in den Sätzen denkbar knapp war (11:13, 10:12, 8:11). „Ich bin mit meinem Turnier im Einzel sehr zufrieden. Ich habe bis zum Finale gut und konstant gespielt. Dort war der Gegner einfach einen Tick besser“, blickt Baus zurück.

Im Teamwettbewerb war im Viertelfinale gegen Südkorea Schluss. „Da hatte ich mir mehr erhofft“, so Baus, der schon wieder nach vorne blickt. Die 15000 Euro Siegprämie von der Deutschen Sporthilfe will er in seinen Sport stecken, denn eines ist für ihn klar: „Mein nächstes Ziel sind die Spiele in vier Jahren in Tokio, da werde ich wieder neu angreifen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben