Neue Veranstaltung

Jahrhunderthalle: Leichtathleten präsentieren neues Format

Bei Urbanatix fliegen Menschen auf Fahrrädern durch die Luft. Das soll es bei „Viactiv Race arts“ auch geben.

Bei Urbanatix fliegen Menschen auf Fahrrädern durch die Luft. Das soll es bei „Viactiv Race arts“ auch geben.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Leichtathleten und BMX-Fahrer bei einem Event? Im Januar wird es das geben. In der Jahrhunderthalle wird ein spezieller Untergrund ausgelegt.

Jetzt fehlt nur noch Ilja Richter. Der moderierte in den Siebziger Jahren eine der ersten Musikshows im deutschen Fernsehen: Disco. Eins der Markenzeichen der Sendung war Richters „Licht aus“. Das wurde vom Publikum mit einem „Womm“ begleitet und dem folgte dann ein „Spot an“ von Richter. Das wäre vielleicht noch die letzte Steigerung, die dem „Viactive Race Arts“ fehlt. Dahinter verbirgt sich ein neues Konzept, eine neue Idee. Die hat ihren Ursprung bei den Leichtathleten des TV Wattenscheid 01. Am 31. Januar findet die Premiere in der Jahrhunderthalle statt.

Eislaufen kann man in der Jahrhunderthalle. Konzerte werden dort gegeben. Messen findet dort statt. Nun soll es soll ein Weltklasse-Meeting der Leichtathletik verbunden mit dem sogenannten „Urban Sports“ sein. Also mit BMX-Fahrern, Parcours-Läufern, Tänzern und Skateboardfahrern.

Vielleicht hat Richter ja Zeit

Immer abwechselnd sollen die beiden völlig unterschiedlichen sportlichen Betätigungen präsentiert werden. Erst zum Beispiel die Leichtathletik mit einem 60 Meter-Sprint oder einem 60-Meter-Hürdenlauf-Rennen mit Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid gegen eine andere möglichst gute Athletin. Dann Urban Sports mit Tempo. Licht aus. Spot an. Vielleicht hat Richter ja Zeit.

Er würde in jedem Fall etwas bisher so noch nie da gewesenes erleben. Eine der wichtigsten olympischen Sportarten gemischt mit Sportarten, die ihren Ursprung auf der Straße haben.

Tartan in der Jahrhunderthalle

Peter Schnabel, der dieses Event mit und für den TV Wattenscheid 01, organisiert, greift bei der ersten öffentlichen Präsentation der Veranstaltung im Pumpenhaus an der Jahrhunderthalle am Dienstag auf jeden Fall mal gleich ganz hoch ins Regal. „Viactiv Race Arts“ solle sich als sportlicher Wettkampf auf internationalem Niveau in Bochum und in der Jahrhunderthalle etablieren. „Dafür rollen wir in der Jahrhunderthalle den Tartan aus. Das hier wird vergleichbar sein mit dem Istaf Indoor in Berlin. Nur in cooler. Wir treiben es auf die Spitze.“

Mit Skate-Voulting. Unter anderem. Das ist Stabhochsprung von einem Elektro-Skateboard aus. Viele können und machen das noch nicht auf der Welt. Baptiste Boirie ist einer von ihnen und derzeit wohl der beste Skate-Voulter. Er steht dabei auf dem Skateboard, lässt sich Richtung Matte fahren, springt dann vom Skateboard ab und hoch hinaus. Mehr als sechs Meter schafft er damit.

Macher kennen sich seit Kindertagen

Da werden sich die normalsterblichen Stabhochspringer, die in der Jahrhunderthalle springen werden, schon sehr strecken müssen, um in diese Höhen zu kommen. Tobias Scherbath aber wird versuchen, zumindest einige Stabhochspringer in die Jahrhunderthalle zu locken, die die sechs Meter schaffen können. Er ist Athletenmanager und ein langjähriger Freund von Peter Schnabel „Wir kennen uns seit Kindertagen.“

Das trifft auch auf Hans-Peter Anders und Christian Eggert zu. Der zweite Vorsitzende des TV Wattenscheid 01 und der Macher von Urbanatix sind zusammen in Wattenscheid zur Schule gegangen. Schon länger habe es daher die Idee gegeben, die Leichtathletik in die Jahrhunderthalle zu bringen, sagte Anders. In Verbindung mit Elementen die bei Urbanatix inzwischen schon zehn Jahre für Erfolg stehen, erhofft er sich eine besondere Werbung für die Leichtathletik. „Wir wollen die Leute ansprechen, die Leichtathletik nicht mehr anspricht.“

Neues Leben für die Jahrhunderthalle

Oder wie es Achim Paas von der Stadt Bochum beschrieb: „Die Jahrhunderthalle ist eine der Kathedralen der Industriekultur. Unsere Aufgabe ist es, ihnen neues Leben einzuhauchen. Der Sport soll die Kathedrale der Industriekultur erobern.“

Am Abend des 31. Januars 2020, das ist ein Freitag, soll es soweit sein. Los geht es um 19 Uhr mit dem Weitsprung und dem Stabhochsprung.

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