Als Aufstiegstrainer Carsten Droll am 8. September erstmals seit dem 10. November 2024 wieder als Cheftrainer beim Westfalenligisten Concordia Wiemelhausen auf dem Trainingsplatz stand, sah die sportliche Lage an der Glücksburger Straße recht trostlos aus. Nach fünf Spieltagen standen die Concorden mit nur einem Punkt und bereits 20 Gegentoren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Seitdem hat die Mannschaft eine außergewöhnliche Wandlung genommen.

Mit jetzt bereits sieben Spielen in Folge ohne Niederlage und 17 Punkten aus diesen Partien kletterten die Rot-Weißen bis auf den siebten Rang. Der dritte Platz liegt nur drei Zähler entfernt. Wie kam es zu dieser Leistungsexplosion?

„Das ist mit Sicherheit keine One-Man-Show“, wiegelt Carsten Droll allzu große Lobhudeleien in Bezug auf seine Person gleich einmal ab: „Ich habe mit Sicherheit nicht drei schlaue Sätze gesagt und auf einmal lief es.“ Am Erfolg seien viele Personen beteiligt.

Carsten Droll war von der Qualität der Concordia-Mannschaft überzeugt

Explizit erwähnt er dabei die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger und jetzigen Co-Trainer Marvin Rehder. Und auch das nötige Quäntchen Glück habe den Concorden seit seinem Amtsantritt wieder zur Seite gestanden. Einige verletzte und gesperrte Spieler wie zum Beispiel Atakan Uzunbas, Alessandro Marino oder Yannick Severloh seien mit seinem Amtsantritt zurückgekehrt. „Dadurch hat sich sofort die Trainingsqualität und der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft und damit natürlich gleichzeitig auch die Spielqualität erhöht“, berichtet der A-Lizenzinhaber.

Auch das erste Spiel unter Drolls Regie beim damaligen Tabellenvierten in Iserlohn habe eine große Rolle gespielt. Eine frühe Rote Karte für Iserlohn und der daraus resultierende Elfmeter zur 1:0-Führung seien entscheidend für den Umschwung gewesen, glaubt Droll.

Concordia Wiemelhausen - SG Wattenscheid 09
Christopher Schmidt, Spielführer von Concordia Wiemelhausen, betont, dass es den einen Grund für den sportlichen Aufschwung nicht gab.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Überhaupt war der 52-Jährige von Beginn an von der Qualität der Mannschaft überzeugt. „Vom Potenzial her gehört die Mannschaft zu den besten fünf, sechs Teams in der Liga“, lautete seine Aussage bei Amtsantritt in Wiemelhausen. Das auf den Iserlohn-Sieg folgende 2:2-Unentschieden in Disteln stellte den neuen, alten Cheftrainer dann aber alles andere als zufrieden. „Das war enttäuschend. Zwar haben wir einen 0:2-Rückstand noch ausgeglichen, mehr positives gab es aber auch nicht“, erinnert sich Droll.

Zuletzt holte Concordia Wiemelhausen einen Punkt gegen Türkspor Dortmund

In der folgenden Trainingswoche machte er seiner Mannschaft dann noch einmal deutlich, was er von seinen Spielern sehen will und was eben nicht. Er gab seiner Mannschaft eine klare Idee im Spiel mit und gegen den Ball an die Hand, welche Räume die Mannschaft bespielen soll.

Und seine Jungs hatten anscheinend genau zugehört. Es folgten vier Siege in Serie und das Unentschieden jüngst gegen Türkspor Dortmund. Die Mannschaft tritt jetzt äußerst kompakt auf, lässt kaum Möglichkeiten gegen sich zu und kreiert auf er anderen Seite viele eigene gefährliche Momente.

Unter Carsten Droll spielt Wiemelhausen in einem 4-3-3-System

Spielführer Christopher Schmidt erklärt dann auch, dass es aus Sicht der Mannschaft den einen Moment für den Wandel vom Abstiegskandidaten zum Topteam nicht gab. „Carstens Rückkehr ist von der Mannschaft positiv aufgenommen worden. Viele Spieler kannten seine Ideen und Vorgaben ja schon aus seiner ersten Amtszeit“, so der Ur-Wiemelhauser: „Und wir wollten uns ja auch selbst beweisen, was in uns steckt.“

Der Wechsel von einem 4-2-3-1-System hin zu einem 4-3-3 hat aus seiner Sicht und der der Mannschaft ebenfalls einen großen Anteil an der Leistungsexplosion. Dass das Training unter Drolls Leitung äußerst anspruchsvoll und kräftezehrend ist, macht Schmidt auch deutlich. „Da stehen auch schon einmal harte Läufe auf dem Programm. Da kotzt die Mannschaft dann auch schon einmal im Strahl“, berichtet Schmidt mit einem Schmunzeln: „Aber das gehört zum Erfolg einfach dazu.“