Mieses Wetter, eine genauso miese erste Halbzeit und ein Schiedsrichter, der in den Augen vieler Wattenscheider genau dazu passte – bei der SG Wattenscheid herrschte am Samstag wieder Heimspielfrust. Auch wenn Eduard Renke in Unterzahl das Ausgleichstor machte: Nur 1:1 gegen den 1. FC Gievenbeck vor 959 Zuschauern, das ist ein Rückschlag im Aufstiegsrennen, nachdem der Klub am Freitag die Unterlagen für die Regionalliga-Zulassung abschickte. Es war gleichzeitig der erste Punktverlust seit dem Trainerwechsel.
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Bei einer Stunde in Unterzahl könne man zufrieden sein, immerhin einen Punkt zu holen. „Das muss man auch erstmal schaffen, die zweite Halbzeit zu gewinnen“, fand zum Beispiel Torschütze Renke, auch Sportvorstand Ertan Ilce sah die gute Moral nach einem wirklich schwachen Start ins Spiel. Er war aber einer von vielen, der den Schiedsrichter kritisierte, auch persönlich nach dem Spiel auf dem Platz. Mehrere Spieler beklagten sich ebenso, und auch wenn es niemand als Ausrede gelten lassen wollte, habe es sich „angefühlt, wie wie gegen zwölf Mann zu spielen.“
Zwei Aufreger gab es vor der Pause: Nach einer Gievenbecker Ecke prallte der Ball von der Latte und 09-Keeper Joshua Mroß hinter die Linie – Tor, erkannte der Schiedsrichter, der zehn Minuten später in den Mittelpunkt rückte: Er gab Berkan Firat für ein Foul im Mittelfeld und anschließendes Ballwegwerfen eine Gelbe Karte und direkt Gelb-Rot wegen Meckerns hinterher. Er habe leise „peinlich“ gesagt, erklärt Firat - und war nicht der einzige, der zwei Gelbe Karten dafür zu viel fand.
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SG Wattenscheid 09: Wütende Pfiffe für den Schiedsrichter
Die Wattenscheider protestierten, vom Publikum gab es wütende Pfiffe und Schieber-Rufe, auch bei weiteren strittigen Szenen. Trainer Richard Weber redete auf dem Weg in die Kabine noch wild auf den Schiri ein. „Es waren zwei Kleinigkeiten, mit mehr Fingerspitzengefühl reicht da eine Gelbe Karte“, erklärte Weber auf Nachfrage. Der Schiedsrichter habe die Entscheidung in dem Moment „überfordert“ getroffen, fand er.
Schwache Lohrheide-Bilanz der SG Wattenscheid
Der Ärger war riesig. Er konnte aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wattenscheider auch im vierten Lohrheide-Heimspiel des Jahres nicht wirklich überzeugen konnten. Aus diesen Spielen steht 09 jetzt bei vier Punkten.
Auf dem großen Rasenplatz scheint sich die Mannschaft nicht richtig wohlzufühlen, dazu der Druck vom Publikum, das zwar ungeduldig, aber zurecht unzufrieden reagierte: Die erste Hälfte jedenfalls war fahrig und fehlerhaft, auch wenn Robert Nnaji bei einem Pfostentreffer nur Zentimeter zum Ausgleich fehlten. „Katastrophe“, fand Edi Renke die Anfangsphase, Richard Weber: „Das hat uns als Trainerteam gar nicht gefallen, aber mit dem Platzverweis hat die Mannschaft den Schalter dann umgelegt.“

Den verdienten Ausgleich machte Eduard Renke in der 53. Minute nach einer schönen Kombination über Tunga und Schacht, der den Ball für Renke mit der Hacke vorlegte - der Linksverteidiger traf von halblinks mit einem schönen Schlenzer ins lange Eck. Auch wenn Wattenscheid danach das Kommando übernahm, gab es nicht mehr viele klare Chancen, es blieb beim 1:1. Der Ärger des Publikums richtete sich nach dem Spiel weitestgehend auf den Schiedsrichter.
Nur ein Punkt im eigenen Stadion ist im Aufstiegsrennen dennoch eigentlich zu wenig. „Aber wer weiß, wozu der am Ende gut ist“, meinte Ertan Ilce. Weiter geht es auf Kunstrasen in Sprockhövel am Gründonnerstag und gegen Hiltrup am Ostermontag.
- Wattenscheid: Mroß - Renke, Thaqi, Gabriel, Ould Seltana - Sindermann (46. Lewicki), Firat, Tunga - Nnaji (86. Kegel), Schacht (61. Anan), Wortmann (90. Uzunbas)
- Tore: 0:1 ET Mroß (21.), 1:1 Renke (53.)
- Gelb-Rot: Firat (32./Meckern)





