„Es war an der Zeit“, betonte Thomas Eiskirch, Bochums noch amtierender Oberbürgermeister am Sonntag im Rahmen seiner Rede zur Eröffnung des Klaus-Steilmann-Platzes. Lange war in politischen Kreisen darüber beraten worden, wie man den ehemaligen Klub-Mäzen der SG Wattenscheid und des TV Wattenscheid am neuen Lohrheidestadion angemessen würdigen könne, ohne den es den Wattenscheider Sport in seiner jetzigen Form wohl nicht geben würde. Der Stadtrat hatte 2024 beschlossen, den Vorplatz im runderneuerten Stadion nach Steilmann zu benennen - und dieses Vorhaben wurde am Sonntag vor dem Wattenscheider Heimspiel gegen die TSG Sprockhövel in die Tat umgesetzt.
Thomas Eiskirch enthüllte zusammen mit zahlreichen Weggefährten Steilmanns - darunter Ex-Nationalspieler Hannes Bongartz und die ehemalige Siebenkampf-Weltmeisterin Sabine Braun - eine Stele auf dem jetzigen Klaus-Steilmann-Platz. Auch ein Straßenschild mit selbigem Namen ziert jetzt den Eingangsbereich des Lohrheidestadions.
In verschiedenen Talk-Runden schwelgten die langjährigen Wegbegleiter in Erinnerungen über den „Boss“, der 2009 verstorben war. „Viele, die heute hier sind, haben Klaus Steilmann persönlich gekannt, ich auch“, sagte Eiskirch, der Steilmann als „beeindruckende Persönlichkeit“ beschrieb.
Hannes Bongartz, Souleman Sane und Willi Wülbeck würdigen Klaus Steilmann bei Denkmal-Einweihung
„Wenn es einer verdient hat, dann der Boss“, sagte Hannes Bongartz, der 1971 als Spieler nach Wattenscheid gekommen war. „Ob es Fußball, ob es Leichtathletik oder ob es Rhythmische Sportgymnastik ist, ohne ihn wäre das alles hier nie möglich gewesen.“ Wattenscheids Jahrhundertspieler Souleyman Sane erzählte, wie Klaus Steilmann ihm einst am Telefon zum Geburtstag gratulierte und ihn anschließend bearbeitete, zurück nach Wattenscheid zu kommen und den Verein in der Zweiten Bundesliga zu unterstützen.
800-Meter-Läufer Willi Wülbeck, dessen deutscher Rekord aus dem Jahr 1983 bis heute Bestand hat, betonte, dass sich Steilmann in Wattenscheid zu Lebzeiten ebenso intensiv für die Leichtathletik wie für den Fußball engagiert habe: „Umso schöner, dass es hier jetzt ein Stadion gibt, was auch für die Leichtathletik höchsten Ansprüchen entspricht und nicht nur ein reiner Fußballtempel ist“, so der 70-Jährige, der sich den Worten von Bürgermeister Eiskirch anschloss: „Wenn es einen passenden Ort gibt, um Klaus Steilmann zu würdigen, dann hier.“



