VfL Bochum

Felix Bastians will seinen Wechsel vom VfL Bochum erzwingen

Will weiterhin nicht mehr für den VfL Bochum spielen: Felix Bastians

Foto: Max Maiwald/DeFodi.de/Imago

Will weiterhin nicht mehr für den VfL Bochum spielen: Felix Bastians Foto: Max Maiwald/DeFodi.de/Imago

Bochum.  Gegenüber Radio Bochum machte der einstige VfL-Kapitän Felix Bastians unmissverständlich klar, auf keinen Fall beim Zweitligisten bleiben zu wollen.

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Missklänge begleiten den VfL Bochum in die kurze Winterpause. Gegenüber Radio Bochum machte der einstige Kapitän Felix Bastians am Mittwoch unmissverständlich klar, auf keinen Fall mehr beim Zweitligisten bleiben zu wollen. „In jeder normalen Situation“, so Bastians im Radio, „würde ich bleiben“. Aber die Beziehung zu Sportvorstand Christian Hochstätter, von dem er sich „öffentlich denunziert“ fühlt, sei nicht mehr zu kitten und „sehr belastend, nur deshalb ziehe ich überhaupt einen Wechsel nach China in Erwägung“.

Hochstätter, der am Tag zuvor gemeinsam mit Trainer Jens Rasiejewski und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Peter Villis die Entscheidung getroffen hatte, Bastians nicht vorzeitig aus seinem bis 2020 datierten Vertrag zu entlassen, hofft darauf, dass die Emotionalität allmählich aus dem Thema weicht. Er sagte gestern lediglich, dass er „kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen“ wolle. An der sportlichen Qualität des Defensivspielers hatte weder der Sportvorstand noch der Trainer noch die Klubführung jemals gezweifelt.

Weil der Transfermarkt zur Winterzeit wesentlich weniger gut bestückt ist als der im Sommer, pochen die Bochumer Verantwortlichen – jedenfalls für den Moment – auf Vertragserfüllung. Am Ende wird es darauf hinauslaufen, wie hoch der Preis der Freiheit zu treiben sein wird in diesem Fall. Bereits jetzt gibt es auch darüber einen Dissens. Der Spieler spricht von einem „marktüblichen Angebot“, das er und der Klub bereits vor einiger Zeit erhalten hätten, beim VfL sieht man die geforderten „marktkonformen“ Zahlen noch lange nicht erreicht.

Streit um marktkonforme Zahlen

Vermutlich wird uns also dieses Fingerhakeln noch eine Weile begleiten. Wenn die zweite Saisonhälfte am 23. Januar 2018 mit der Partie gegen den MSV Duisburg angepfiffen wird, sollte das Problem jedoch gelöst sein, damit sich Mannschaft und Trainer ganz auf ihre sportlichen Aufgaben konzentrieren können.

Etwa um diese Zeit werden die Verhandlungen mit Kevin Stöger vermutlich erst beginnen. Der Vertrag des 24-Jährigen endet im kommenden Sommer, er ist der einzige der 2016 zum VfL gewechselten Spieler, der seinen Marktwert deutlich steigern konnte. Trotz des Kreuzbandrisses, der ihn den Großteil der vergangenen Spielzeit gekostet hat. Begonnen hat der Österreicher in Bochum auf dem linken Flügel, aber erst in der zentralen Mittelfeldrolle kann er in der laufenden Saison seine Qualitäten richtig ausspielen. Seine Balleroberung kann sich sehen lassen, seine Laufleistung auch; und dann ist da ja noch der Pass durch die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr, der ihm häufiger gelingt als anderen Akteuren.

Vertragsverlängerung mit Stöger dürfte schwierig werden

Der Fluch der guten Tat: Stöger dürfte inzwischen ein begehrter und damit teurer Junge geworden sein, seine Vertragsverlängerung könnte ein hartes Stück Arbeit werden. Und der VfL hat in diesem Fall die Trümpfe nicht in der Hand, weil er sich nicht auf einen rechtsgültigen Kontrakt berufen kann.

Eine erste Gesprächsrunde scheiterte daran, dass der 24-Jährige gerade erst seinen Berater gewechselt hatte, nun möchte er, wie es heißt, erst einmal den Weihnachtsurlaub genießen. Anfang des kommenden Jahres soll es dann losgehen, aber eine Garantie dafür kann einem niemand geben. Kevin Stöger hat schließlich Zeit, er befindet sich im Sommer voraussichtlich in einer herausragenden Position: vertragslos, jung, leistungsstark – besser geht’s nicht.

In Sachen Vitaly Janelt ist der VfL auf RB Leipzig angewiesen. Der 19-Jährige hatte sich bereits in der vergangenen Saison ins Team gespielt, kam aber wegen einer sich hinziehenden Knieverletzung in den letzten Monaten nicht richtig ins Rollen. Erst seit ein paar Wochen zeigt der gebürtige Hamburger wieder, was er auf der Position vor der Abwehr alles zustande bringen kann. Janelt ist ein schnörkelloser Abräumer mit einem guten Raumgefühl und absolut sachlicher Spielweise. Kringel sind seine Sache nicht. Er ist zwar nur ausgeliehen, doch die Summe, die der mit einer Kaufoption ausgestattete VfL für ihn laut Vertrag zahlen müsste, sei „durchaus zu stemmen“, hat Christian Hochstätter kürzlich gesagt.

Dennoch sind erst einmal die Leipziger am Zuge. Sie können abwarten, wie sich Janelt weiterhin in Bochum macht – auf und neben dem Rasen – und dann entscheiden, ob sie ihm vielleicht schon in der kommenden Spielzeit eine Rolle in ihrem Erstligateam zutrauen. Wenn nicht, wäre wohl der Weg frei für den VfL.

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