Als auf den Bochumer Straßen die Corona-Schutzdämme brachen und sich die Fans zu Tausenden versammelten, da gab es auch im Stadion kein Halten mehr. Die Pressekonferenz nach dem 3:1 (1:0)-Sieg gegen den SV Sandhausen wurde kurzerhand von den VfL-Spielern gekapert. Da Journalisten wegen der Pandemie nicht live daran teilnehmen können, wird hinterher eine Audio-Spur mit den Antworten der Trainer verschickt.

Zu hören war am Sonntag: das unverkennbare Klappern von Stollenschuhen, dann das Grölen und Singen einer Fußball-Mannschaft. Und Bierflaschen. Am Ende sagte noch einer „Tschuldigung, Trainer“, dann herrschte wieder Ruhe, und Thomas Reis durfte fortfahren – mit seinem Dank an das Team, an Frauen und Familien der Spieler, an die Fans. Sie alle hatten möglich gemacht, wovon nicht nur Reis geträumt hatte: den Aufstieg in die Bundesliga. „Es war immer mein Ziel, dass ich hier als Trainer in diesem Stadion aufsteigen möchte“, sagte der frühere Spieler des VfL Bochum. Wie hat er, wie hat der Klub das geschafft? Die Gründe heißen: B-O-C-H-U-M.