Schalke 04

Warum Schalke-Zugang Ozan Kabak die Nationalelf sausen ließ

Ozank Kabak kann endlich für Schalke spielen. Hier bei seinem Debüt gegen Viktoria Köln.

Ozank Kabak kann endlich für Schalke spielen. Hier bei seinem Debüt gegen Viktoria Köln.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Schalke-Neuzugang Ozan Kabak lief am Freitag erstmals bei einem Spiel im Schalke-Trikot auf. Der Verteidiger nutzt die Länderspielpause.

Ozan Kabak (19) hatte nach seiner Premiere ein Lächeln auf den Lippen. Der Schalker Abwehrspieler benötigte über zwei Monate, um sein erstes Spiel für den Fußball-Bundesligisten zu absolvieren. Obwohl es „nur“ ein Testspiel gegen den Drittligisten Viktoria Köln war und Schalke eine 2:4 (2:2)-Pleite kassierte, war Kabaks Laune gut. „Es ist nicht so toll, wenn man draußen sitzt und nichts machen kann. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich jetzt dabei bin“, sagt Kabak.

Schalkes Trainer David Wagner verteilte ein Extra-Lob für den Abwehrrecken. „Man hat seine Präsenz und Ruhe am Ball sofort gesehen“, meinte Wagner. Kabak hatte ursprünglich eine Einladung zur türkischen Nationalmannschaft erhalten, lehnte diese aber ab. Seine Begründung: „Ich habe mit unserem Nationaltrainer gesprochen, aber ich bin noch nicht genügend vorbereitet dafür. Wir haben es deshalb für richtiger befunden, hier zu bleiben und zu arbeiten.“ Eigentlich sollte Kabak vom ersten Tag an Teil des Schalker Korrekturkurses sein und zügig in das neue Konzept eingebaut werden, doch gleich zum Trainingsstart gab es den Rückschlag: Wegen einer Knochenreizung musste Kabaks Fuß ruhiggestellt und die Belastung auf ein Minimum heruntergeschraubt werden.

Kabak konnte sich nur schwer mit der Zwangspause anfreunden. „Es ist schwer, wenn man draußen sitzt, das ist kein schönes Gefühl“, stellt der 19-Jährige fest. Kabak genoss das Gefühl, eine komplette Partie zu bestreiten, sichtlich. Die Tatsache, dass er gegen Viktoria Köln 90 Minuten nach so langer Verletzungsphase absolvierte, überraschte etwas. „Wir haben am letzten Dienstag einen Ausdauertest gemacht. Das war von Kabaks Werten her ansprechend. Und deswegen haben wir es als unproblematisch angesehen, ihn durchspielen zu lassen“, schlüsselte Trainer Wagner auf. Bis auf einige wenige Unsicherheiten, die Wagner als „ganz normal“ einstufte, zeigte Kabak eine ordentliche Leistung im S04-Trikot.

Der Fuß bereitet Kabak keine Probleme

„Ich bin froh, wieder zurück zu sein. Der Fuß hat keine Probleme bereitet, es ist alles okay, meine Verfassung ist gut“, sagt Kabak. Der ehrgeizige Ex-Stuttgarter, für den die Schalker die Schatulle weit öffneten und 15 Millionen Euro Ablöse bezahlten, will jetzt schnellstmöglich auch in Pflichtspielen zeigen, dass er jeden Cent der investierten Summe wert ist.

Die fehlende Wettkampfpraxis seit Juli sieht er nicht als das ganz große Problem, obwohl er die Automatismen erst noch komplett verinnerlichen muss. Das klappt am besten durch Spiele, weil sich alle Situationen, die auf einen Verteidiger einprasseln können, im Training nur schwer simulieren lassen. Für das kommende Schalker Auswärtsspiel beim Aufsteiger SC Paderborn fühlt sich Kabak bereit. „Wir sehen jetzt wie es weitergeht. Die Entscheidung liegt beim Trainer“, sagt der ehemalige Galatasaray-Nachwuchsspieler.

Bei den Königsblauen fühlt sich der Verteidiger trotz des verzögerten sportlichen Starts gut aufgenommen. Kabak hat sich bereits erste Eindrücke über die Stadt Gelsenkirchen verschafft. „Gelsenkirchen ist eine vergleichsweise kleine Stadt, aber ich sehe überall Fans, wenn ich zum Essen oder die Straße entlang gehe. Ich habe hier viel Leidenschaft und Geduld gesehen. Das ist wie bei den Galatasaray-Fans. Ich liebe das.“

Vielleicht ein paar Fans mehr

Die ersten Eindrücke aus der Veltins-Arena sind für ihn ebenfalls ein Ansporn. „Wenn dich 60.000 Fans anfeuern, dann ist das eine große Motivation für mich.“ In Kürze will Ozan Kabak das Gänsehaut-Gefühl unten auf dem Rasen selbst erleben, wenn er im Schalke-Trikot vor der Nordkurve aufläuft. Beim Start hatten ihn drei türkische Fans angefeuert. „Das war ein verrückter Empfang“, sagt Kabak, „vielleicht hat Schalke durch mich ein paar Fans mehr. In der Türkei schauen jetzt alle Galatasaray-Fans wegen mir die Schalke-Spiele.“

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