FC Schalke 04

Tedesco: „Der Schritt zu Schalke kam nicht zu früh“

Nach seiner Zeit beim FC Schalke 04 hätte Domenico Tedesco in der Bundesliga bleiben können.

Nach seiner Zeit beim FC Schalke 04 hätte Domenico Tedesco in der Bundesliga bleiben können.

Foto: imago images/ITAR-TASS

Moskau/Gelsenkirchen.  Schalkes Ex-Trainer spricht über die Trennung, seine Beziehung zu Christian Heidel, den Neubeginn in Moskau und die Zukunft von Alexander Nübel.

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Gut einen Monat ist Domenico Tedesco nun Trainer bei Spartak Moskau. Im Interview mit dem Portal transfermarkt.de äußerte sich der 34-Jährige nun über seine Trennung von Schalke 04, sein Verhältnis zum damaligen Sportvorstand Christian Heidel, den Grund für einen Wechsel nach Russland und die Entwicklung von Schalkes Torhüter Alexander Nübel.

Tedesco wehrt sich dagegen, zu eilig gewesen zu sein mit seinem Wechsel vom Zweitligisten Erzgebirge Aue zum Bundesliga-Topklub Schalke 04. „Nein der Schritt kam nicht zu früh“, sagte Tedesco dem Portal. „Ich glaube, da gibt es auch kein „zu früh“ oder „zu spät“. Man kann sich das auch nicht aussuchen. Als es die Möglichkeit gab, war ich so motiviert, das Thema anzunehmen.“

Mit Tedesco holte Schalke 04 die Vizemeisterschaft hinter dem FC Bayern

Zumal der Einstieg des Deutsch-Italieners bei den Königsblauen ja auch als durchaus gelungen zu betrachten ist. Im ersten Jahr unter Tedesco wurde Schalke 04 in der Bundesliga Vizemeister und qualifizierte sich damit für die Champions League. Dort wurde im Folgejahr dann das Achtelfinale erreicht, im DFB-Pokal standen die Gelsenkirchener im Viertelfinale.

Weil die Mannschaft in der Liga aber auf Platz 14 zurückgefallen war, musste Tedesco Mitte März 2019 seinen Posten räumen. Seine Nachfolger wurden Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens mit Mike Büskens als Assistenten. Seit dieser Saison coacht David Wagner die Mannschaft. Tedesco: „Auch wenn wir uns das zweite Jahr natürlich trotzdem alle anders gewünscht hätten – ich war bis zur letzten Minute wahnsinnig gerne mit Leib und Seele Schalke-Trainer.“

Tedesco fühlte sich von Heidel nicht alleingelassen

Tedesco nahm auch Stellung zur Aussage des Klub-Bosses Clemens Tönnies, wonach der damalige Manager Christian Heidel, der Tedesco aus Aue geholt hatte, diesen am Ende „ein Stück weit auch alleine gelassen“ zu haben. Dem widerspricht Tedesco: „Christian ist von Anfang an immer ehrlich zu mir gewesen und hat mir und dem Trainerteam stets das maximale Vertrauen ausgesprochen. Wir haben viele Entscheidungen zusammen getroffen – von daher habe ich mich auch nicht alleine gelassen gefühlt.“ Heidel hatte Schalke am 23. Februar verlassen. Tedesco: „Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zusammenarbeit von Transparenz, Offenheit und Vertrauen geprägt.“

Nach der Trennung im März hat der 34-Jährige erst einmal Abstand nehmen wollen. „Ich wollte alles sacken lassen und mich zunächst einmal erholen. Zwei bis vier Wochen habe ich nichts angerührt, was irgendwie mit Fußball zu tun hat. Das war extrem wichtig.“ Anschließend reifte auch der Entschluss, Angebote aus Deutschland auszuschlagen und einen ganz anderen Weg einzuschlagen.

Nur Vertrag bis 2021 bei Spartak Moskau - weil Tedesco es so wollte

Tedesco löste dafür seinen Dreijahresvertrag auf Schalke auf und wechselte am 14. Oktober zu Spartak Moskau. Dort unterschrieb er aber nur einen Vertrag bis 2021. „Ich habe mich bewusst entschieden und den Verein darum gebeten, mir nur einen Vertrag bis 2021 zu geben, weil es einfach fair ist. Der Verein wollte eine längere Laufzeit. Ich wollte das reduzieren, weil es für mich ein neues Land und eine neue Liga ist und ich die Leute nicht kenne, mit denen ich zusammenarbeite, und sie mich auch nicht kennen. Wenn man dann beidseitig zufrieden ist, geht die Reise weiter.“

In der russischen Premjer Liga ist Spartak Sechster mit 15 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Zenit St. Petersburg. Unter ihrem neuen Trainer gewannen die Moskauer drei Spiele, verloren eine Partie und spielten einmal unentschieden.

Tedesco über Nübel: "Er wird seine richtige Entscheidung treffen"

Wenn Tedesco zurückblickt, erfreut er sich vor allem an einer Personalentscheidung: der im Tor von Ralf Fährmann zu Alexander Nübel. „Ich bin extrem glücklich über Alex‘ Entwicklung. Als wir uns damals entschieden haben, den Wechsel zu vollziehen, war das nicht so einfach – auch wenn wir von Alex von Anfang an überzeugt waren.“ Zu einer Prognose, wie der 23 Jahre alte Nübel seine weitere Karriere gestalten wird, ließ sich Tedesco aber nicht hinreißen: „Seine Entwicklung nun zu sehen, macht einfach Spaß. Er wird schon seine richtige Entscheidung treffen, das muss Alex allein tun.“ (fs)

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