Derby-Vorbereitung

Stambouli vor dem Derby: "Kann die Schalke-Fans verstehen“

Benjamin Stambouli läuft beim Vormittag-Training am Dienstag neben Nabil Bentaleb (links) und Rabbi Matondo (rechts).

Benjamin Stambouli läuft beim Vormittag-Training am Dienstag neben Nabil Bentaleb (links) und Rabbi Matondo (rechts).

Foto: Jürgen Fromme/firo

Gelsenkirchen.   „Wenn dann Montag ist, weißt du schon, dass am Samstag Krieg ist. Es kann ein unglaublicher Moment werden“, sagt Schalkes Benjamin Stambouli.

Nach dem freien Ostermontag beginnt Trainer Huub Stevens die Vorbereitung für das Revierderby am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund (15.30 Uhr) am Dienstag vor der ersten Einheit mit einem Frühstücksfernsehen. Es läuft ein Film aus dem Signal-Iduna-Park vom 25. November 2017, als der FC Schalke 04 aus einem 0:4-Pausenrückstand ein 4:4 machte.

„Danach möchtest du, dass schon Samstag ist. Das war ein verrücktes Spiel“, sagt Schalkes Benjamin Stambouli, der damals auch zu den Torschützen gehört und den BVB mit 2:0 in Führung gebracht hat und kein Geheimnis daraus macht, dass er sich dieses Video eigentlich jeden Tag ansehen könnte. „Und daran hast du eine unglaubliche Erinnerung – für dein ganzes Leben“, sagt er. „Diese Erinnerung hat vielleicht nicht nur etwas mit Fußball zu tun, und das ist besonders wichtig.“

Burgstaller, Harit und Caligiuri treffen

Klar: So ganz haben die Königsblauen, die am Dienstagvormittag ohne Ahmed Kutucu und Cedric Teuchert trainieren, weil diese nach ihren Ostermontag-Einsätzen im Oberliga-Team beim Regionalliga-Aufstieg lediglich regenerieren, die 2:5-Schmach gegen die TSG 1899 Hoffenheim noch nicht verarbeitet. „Das ist auch schwierig“, sagt Benjamin Stambouli. „Aber jetzt müssen wir nach vorne gucken.“

Die Trainingseinheit nutzt Huub Stevens einmal mehr, um sehr genau hinzuschauen. Mal steht er längere Zeit einsam und allein mitten auf dem Parkstadion-Rasen, mal lehnt er gemeinsam mit Teammanager Gerald Asamoah hinten an der Gazprom-Bande, und mal redet er mit seinen Co-Trainern Mike Büskens und Matthias Kreutzer. Ganz sicher: Der 65-Jährige sucht auch nach Ostern noch, nämlich eine Mannschaft, die in der Lage sein könnte, beim Tabellenzweiten in Dortmund zu bestehen.

Stambouli: „Wir müssen mit unseren Herzen spielen“

Vielleicht geht es Huub Stevens sogar wie einigen Fans, die Schlimmstes befürchten. „Ja, ich kann die Fans verstehen“, sagt Benjamin Stambouli. „Ich persönlich habe aber keine Angst.“ Und warum nicht? „Wir haben Qualität, wir haben Charakter. Auch wenn ich weiß, dass wir das in dieser Saison nicht oft gezeigt haben“, sagt der 28-jährige Franzose. „Aber wir wissen, dass es das Derby ist. Und da müssen wir mit unseren Herzen spielen. Wir können immer eine Überraschung schaffen, obwohl das momentan schwierig zu glauben ist.“

Es geht jetzt auch darum, die komplette Schalker Mannschaft in Derby-Stimmung zu bringen. Guido Burgstaller, Amine Harit und Daniel Caligiuri zum Beispiel, die alle bei jenem 4:4 am 25. November 2017 getroffen haben, könnten was erzählen. „Die Spieler, die das schon erlebt haben, reden mit denjenigen, die das noch nicht erlebt haben“, erzählt Benjamin Stambouli, der sich um sein eigenes Derby-Fieber keine Gedanken zu machen braucht.

Es ist die 154. Auflage des Revierderbys

Das hat ihn längst gepackt, und er verrät auch, dass das Spiel beim BVB eigentlich schon zwei Wochen vor dem Anstoß fest im Kopf verankert sei. „Und wenn dann Montag ist, weißt du schon, dass am Samstag Krieg ist. Es kann ein unglaublicher Moment werden. Ich mag diese Derby-Woche. Je näher das Spiel rückt, desto intensiver wird das Gefühl.“

Es ist dieses besondere Kribbeln, das diesen Vergleich zwischen Schalke und Dortmund, der seine 154. Pflichtspielauflage erleben wird, immer und immer wieder zu einem ganz außergewöhnlichen Spiel macht. Sogar zu einem Spiel, das eine Saison quasi retten kann? „Ja“, sagt Benjamin Stambouli. „Wir haben eine schwierige Saison, und ein Sieg wäre ein gutes Geschenk für unsere Fans. Sie stehen immer hinter uns, sie unterstützen uns immer, und deshalb möchte ich ihnen den Sieg geben. Wenn ich kann. Ich werde alles dafür geben.“

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