Schalke 04

Schalke-Trainer Wagner ist noch „weit weg von zufrieden“

Schalkes neuer Trainer David Wagner.

Schalkes neuer Trainer David Wagner.

Foto: Christof Koepsel / Getty Images

Gelsenkirchen.  Es wartet noch viel Arbeit für Schalkes neuen Trainer David Wagner: Hinten hakt es, vorne knirscht es. Der Klub hofft auf Rückkehrer Mark Uth.

Knapp vier Wochen hat Schalkes neuer Trainer David Wagner (47) noch Zeit, um seine Mannschaft optimal auf den Bundesligastart bei Borussia Mönchengladbach vorzubereiten. „Wir wissen, dass noch eine Menge zu tun ist“, sagt Wagner, „im Trainingslager in Herzlake konnten wir unsere Umfänge wie geplant umsetzen. Es hat sich kein Spieler verletzt, insofern hat es schon gepasst.“

Test gegen Norwich legt Schalkes Problemzonen offen

Bei der 1:2-Niederlage im Vorbereitungsspiel gegen den englischen Premier-League-Neuling Norwich City wurden Schalkes Problemzonen aber erneut deutlich. Im Torabschluss agieren die Königsblauen noch nicht zielstrebig genug. Lediglich Talent Ahmed Kutucu und Wirbelwind Rabbi Matondo, dem zum Beginn der zweiten Halbzeit das zwischenzeitliche 1:1 per Abstauber gelang (49.), sammelten Pluspunkte. Von Routinier Guido Burgstaller und Neuzugang Benito Raman ging wenig Gefahr aus. Steven Skrzybski hatte auf der rechten Außenbahn einige vielversprechende Szenen, brachte den Ball aber in ein, zwei aussichtsreichen Situationen nicht im Tor unter.

Mark Uth soll Schalke Durchschlagskraft bringen

„Ich bin weit weg von zufrieden, das wäre auch total falsch“, sagt David Wagner allgemein zum Thema Torabschluss, „aber ich glaube schon, dass wir relativ gute Abschluss-Situationen hatten, bei denen wir aber 16, 17 Meter vor dem Tor gefoult wurden.“ Sportvorstand Jochen Schneider setzt darauf, dass durch Mark Uth, der nach langer Verletzungspause wieder allmählich in Schwung kommt, die Durchschlagskraft in der vordersten Front erhöht wird. „Mark wird bald wieder zurückkommen, auch Daniel Caligiuri hat nach seiner Verletzung Teile des Teamtrainings mitgemacht“, so Schneider. Im Trainingslager in Österreich (26. Juli bis 3. August) soll das Duo den nächsten Schritt machen.

Nationalspieler fehlen weiter

Die durchwachsenen Auftritte in den bisherigen vier Testspielen (3:1 gegen RW Oberhausen, 20:1 gegen die Bottroper Stadtauswahl, 2:2 in Wattenscheid und 1:2 gegen Norwich) will Schneider nicht zu kritisch bewerten. „Gerade beim Norwich-Spiel muss man Abstriche machen, die Jungs haben viel trainiert. Es ist ein Prozess, der noch eine Weile andauern wird.“ Durch die spät zurückkehrenden Weston McKennie und Salif Sané, die beide für ihre Nationalteams USA und Senegal im Einsatz waren, wird Schalkes Team auch in der kommenden Woche noch nicht komplett sein. Zudem laufen die Bemühungen, den Kader weiter aufzurüsten. „Wir werden deswegen nicht unruhig, das geht anderen Klubs auch so“, sagt Schneider gelassen.

Auffällig bisher: Die S04-Defensive lädt die Gegner immer wieder durch Geschenke zu Gegentoren ein. Gegen Norwich führten zwei Mittelfeld-Ballverluste zu den Gegentreffern. Zuvor in Wattenscheid ließen sich die Schalker auskontern. Gegen die Stadtauswahl patzten sie per Eigentor. Die Art von Fehlern findet Wagner „nicht schön und auch nicht nett.“ Seine Forderung: „Wir sollten schleunigst zusehen, davon weniger zu machen. Fußball macht vor allem dann Spaß, wenn du gewinnst.“ Insgesamt fahndet der frühere Eurofighter mit seinem Team noch nach der „richtigen Balance“. Wagner: „Es geht darum: Wann ist der richtige und wann der falsche Moment für eine Entscheidung.“ Am Dienstagabend (19 Uhr) wird es weitere Aufschlüsse für ihn geben. Dann probt Schalke bei Twente Enschede.

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