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Schalke: Stambouli ist Favorit auf die Nachfolge von Naldo

Benjamin Stambouli im Gespräch mit Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Benjamin Stambouli im Gespräch mit Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Foto: dpa

Gelsenkirchen.  Benjamin Stambouli ist der Favorit auf die Nachfolge von Naldo als Schalkes neuer Vizekapitän. Der Franzose würde die Wahl annehmen.

Benjamin Stambouli dirigiert, er kritisiert, er motiviert, er lobt. Im Trainingsspiel ist er einer der auffälligsten Schalker, immer wieder ordnet er seine Abwehrkette. „Ich versuche, viel auf dem Platz zu sprechen. Das ist meine Rolle“, sagt der 28-Jährige. Das Wort des Franzosen hat Gewicht auf Schalke. Und das nicht erst seit dem Wintertrainingslager im Benidorm, nicht erst seit dem Abschied von Vizekapitän Naldo, der sich vor einer Woche überraschend dem AS Monaco angeschlossen hat.

Schalke-Trainer Tedesco nennt Stambouli „Leader“

Schalke braucht nun also einen neuen Vizekapitän – und Benjamin Stambouli ist der Schalker, der sich die berechtigtsten Hoffnungen darauf machen darf. Die Wertschätzung, die Stambouli innerhalb der Mannschaft und beim Trainerteam genießt, ist immens. Trainer Domenico Tedesco betont das immer wieder, er nannte Stambouli einen „Leader.“

Christian Heidel sagte zu Beginn des neuntägigen Trainingslagers in Benidorm, dass er einen klaren Favoriten für diesen Posten hat. Einen Namen hat Schalkes Manager allerdings nicht genannt. Denn das sei allein die Entscheidung des Trainers. Fallen soll sie aber noch während des Trainingslagers. Das hat Domenico Tedesco am Anreisetag, am vergangenen Freitag, angekündigt.

Auf die Frage, ob er die Wahl denn annehmen würde, antwortete der gebürtige Marseiller: „Ja, wenn der Trainer möchte, dass ich der Vizekapitän bin, nehme ich die Wahl natürlich an. Es wäre eine Ehre für mich.“ Benjamin Stambouli erklärte aber auch, dass er auch ohne dieses Amt weiterhin Verantwortung auf Schalke übernehmen wird. „Ich bin mit 28 Jahren einer der älteren Spieler bei uns. Wir haben viele junge Spieler im Team, denen ich mit einer Erfahrung weiterhelfen kann und will.“ Ein Kapitän müsse motivieren und versuchen, dass das Team „ein Pulk“ ist. „Ein Kapitän muss versuchen, dass alle gemeinsam in eine Richtung gehen. Er muss seinen Mitspielern helfen und ein Vorbild sein. Auf dem Platz und neben dem Platz“, sagt Stambouli, der sogar schon weiß, wie es sich anfühlt, Schalkes Kapitän zu sein.

In der Hinrunde führte er die Mannschaft dreimal aufs Feld, als sowohl Kapitän als auch Vizekapitän Naldo Domenico Tedesco nicht zur Verfügung standen. Nach dem 0:0 in der Champions League bei Galatasaray Istanbul, als der Defensivallrounder zum ersten Mal die S04-Kapitänsbinde um den linken Arm trug, sagte er: „Ich habe gefragt, ob ich sie behalten darf. Das ist eine tolle Erinnerung. Wenn du Kapitän eines Klubs bist, ist man es nicht nur für ein Spiel, sondern das bleibt man in einem Verein.“

Der Start auf Schalke verlief holprig

Dass seine Identifikation mit dem FC Schalke 04 riesengroß, ist nicht nur innerhalb der Mannschaft bekannt. „Unsere DNA ist Kampf und Maloche“, sagte er. Dabei verlief Stamboulis Start in Gelsenkirchen mehr als holprig. Christian Heidel verpflichtete ihn im Sommer 2016 für 8,5 Millionen Euro von Paris St. Germain. Sportlich lief es für ihn bei den Königsblauen zunächst gar nicht. In der Saison 2016/17 unter Trainer Markus Weinzierl blieb Stambouli vieles schuldig.

Domenico Tedesco schulte den defensiven Mittelfeldspieler in der Sommervorbereitung der vergangenen Saison zum Innenverteidiger um und berief ihn auch in den Mannschaftsrat. Stambouli überzeugte immer mehr.

Im Interview mit dem „Schalker Kreisel“ ließ er zuletzt tief blicken, wie sehr ihm Schalke am Herzen liegen. Sein Lieblingslied im Stadion: Wir sind Schalker. „Zunächst gefiel mir der Rhythmus, und ich verstand nur ‘asoziale Schalker“, sagte er. Als die Mannschaft nach der Vizemeisterschaft im Sommer eine Tour nach Barcelona unternahm, habe Ralf Fährmann ihm „bei ein, zwei Bier“ den ganzen Text vorgespielt. „Wir haben den Song zwanzig-, dreißigmal wiederholt, danach hatte ich den ganzen Sommer über diesen Ohrwurm.“

Den Kurven-Song singen wollte er am Mittwoch in Benidorm aber lieber nicht: „Das mache ich nur zu Hause unter der Dusche“, sagte er. Vielleicht das nächste Mal schon als Schalker Vizekapitän.

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