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Schalke: Nübel freut sich auf Paderborn - Zukunft offen

Schalke-Torwart Alexander Nübel kehrt mit seinem aktuellen Klub nach Paderborn zurück.

Schalke-Torwart Alexander Nübel kehrt mit seinem aktuellen Klub nach Paderborn zurück.

Foto: dpa

Gelsenkirchen.  Alexander Nübel reist am Sonntag in die Vergangenheit. Denn der Torwart tritt mit dem FC Schalke 04 bei seinem Ex-Klub SC Paderborn an.

Alexander Nübel strahlte am Dienstag mit der Sonne über dem Trainingsplatz um die Wette. Schalkes Mannschaftskapitän zeigte sich vor seiner Reise in die Vergangenheit gut gelaunt. Nübel spürt vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel am Sonntag (18 Uhr/Sky) bei seinem Ex-Klub SC Paderborn ein gewisses Kribbeln. „Paderborn ist meine absolute Heimat“, sagt der 22-Jährige ohne großes Überlegen.

So oft es sein Terminkalender erlaubt, lässt sich Alexander Nübel in Paderborn bei seiner Familie und bei zahlreichen Freunden, die er dort seit seiner Jugendzeit hat, sehen. „Zum Glück ist es nicht so weit von Schalke. Ich habe für das Spiel am Sonntag zehn Kaufkarten besorgt“, sagt Nübel mit einem Schmunzeln. Wenn es gut läuft, bekommt der Schlussmann vielleicht noch ein, zwei Tickets aus dem Kontingent, das Bundesliga-Auswärtsmannschaften an Spieltagen von den jeweiligen Heim-Klubs zur Verfügung gestellt wird. Über die nötige Unterstützung auf den Rängen muss sich Schalkes junger Keeper also keine Gedanken machen.

Die Frage, die seit Wochen im Raum steht, kann oder will der passionierte Hochsee-Angler nach wie vor nicht beantworten. Nübel lässt Schalke weiterhin warten und hat sich trotz eines lukrativen Angebots für einen neuen Vertrag immer noch nicht festgelegt. Sportvorstand Jochen Schneider hat Nübel ein großes Zeitfenster geöffnet. „Bis jetzt habe ich kein Datum bekommen, über das er gesagt hat: Bis dahin musst du dich entscheiden. Deswegen bin ich dankbar. Und ich nehme mir die Zeit“, sagt Nübel. Dass er die Königsblauen zappeln lässt, findet der Keeper nicht. Im Bezug auf Jochen Schneider stellt er fest: „Er lässt mir die Zeit – und ich genieße es gerade, dass ich die Zeit dafür bekomme, weil es keine einfache Entscheidung ist. Deswegen bin ich darüber sehr, sehr froh.“

Schalke lockt seinen Spielführer mit einem Vier-Jahres-Kontrakt und einer deutlichen Gehaltsaufstockung, die im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen soll. Offensichtlich ist Geld alleine aber nicht alles für Nübel.

Viele Faktoren spielen für Nübel eine Rolle

Der junge Torwart will auch andere Komponenten mit in seine Überlegungen einbeziehen und auch die sportliche Entwicklung der Königsblauen abwarten. „Da spielen viele Faktoren eine Rolle“, meint er. Ähnlich hatte Leon Goretzka argumentiert, nachdem Schalke ihm eine neue Offerte zur Vertragsverlängerung vorgelegt hatte. Das Ergebnis ist bekannt: Goretzka lehnte ab und wechselte ablösefrei zu Bayern München. Der Rekordmeister zählt schon seit Monaten zu den Interessenten, die auf eine Nübel-Verpflichtung hoffen.

Dass es durch den zähen Entscheidungsprozess mittlerweile auch geteilte Meinungen im Schalker Fan-Lager gibt, kann Alexander Nübel durchaus nachvollziehen: „Jeder bewertet das anders. Dass die Fans darüber sprechen, ist normal. Sie diskutieren auch darüber, wer am Wochenende spielt.“

Zumindest darüber herrscht Klarheit. Alexander Nübel wird auch am Sonntag zwischen den Pfosten stehen und peilt mit Schalke in Paderborn den ersten Auswärts-Dreier der noch jungen Saison an. Für ihn ist es natürlich ein besonderes Spiel. Nübel hat die komplette Jugend der Paderstädter durchlaufen. Verständlich, dass er es an alter Wirkungsstätte besonders gut machen will. „Ich bin ein bisschen aufgeregter. Jetzt geht es noch, aber wenn in der Heimat viele Freunde zugucken, dann ist man etwas nervöser als sonst“, gibt er zu. „Nichtsdestotrotz freue ich mich auf das Spiel.“

Nübel schaute sich oft Paderborns Zweitliga-Spiele an

In der vergangenen Saison versuchte Schalkes Schlussmann so oft es ging, Paderborner Spiele in der Zweiten Liga anzuschauen. „Der Verein lebt von der Mentalität. Offensiv sind sie sehr, sehr stark. Damit haben sie vor zwei Jahren angefangen und machen es in der Bundesliga gnadenlos weiter.“ Nübel ahnt: „Das wird schon schwierig werden.“ Aber gerade solche Herausforderungen mag er ja besonders.

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