Kommentar

Schalke: Fanmarschverbot ist eine übertriebene Entscheidung

Schalkes Fans werden am Bremer Hauptbahnhof von der Polizei empfangen.

Schalkes Fans werden am Bremer Hauptbahnhof von der Polizei empfangen.

Foto: Marcus Simaitis / dpa pa

Gelsenkirchen.  Mit der Bahn anreisende Schalke-Fans dürfen am Samstag im Auswärtsspiel in Bremen nicht durch die Innenstadt spazieren. Ein Kommentar.

Einen schöneren Fußweg vom Hauptbahnhof zum Stadion als in Bremen gibt es in der Bundesliga nicht: Es geht durch die schöne Innenstadt und an der Weser entlang. Wenn am Samstag (15.30 Uhr/Sky) der FC Schalke 04 in Bremen antritt, dürfen die mit der Bahn anreisenden S04-Anhänger aber nicht durch die Stadt spazieren. Für sie gilt ein Fanmarschverbot.

Ausgesprochen hat dies Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Die Polizei erwartet 400 gewaltbereite Fans – und das ist der Grund, zum Beispiel auch Familienväter mit ihren Kindern sofort am Bahnhof in einen Shuttlebus zu setzen.

Hertha-Fans klagten gegen Bremer Fanmarschverbot

Die Stadt Bremen, die Zusatzkosten für Polizeieinsätze von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bezahlen ließ, geht schon wieder einen Sonderweg. Und dieser sollte dringend hinterfragt werden.

Es ist ein unangemessener Eingriff in das Grundrecht der Freiheit der Person, den Fans den Spaziergang zu verwehren. Eine gerichtliche Klärung ist unabdingbar. Nach einer Klage von Hertha-BSC-Fans sieht das auch das Bremer Verwaltungsgericht so. Das lehnte einen Eilantrag der Hertha-Fans ab – aber nur wegen eines bestehenden Zeitdrucks. Dass der rechtliche Rahmen abgesteckt wird, ist im Sinne der Fans notwendig.

Im Schalker Fall ist die Entscheidung auch aus einem anderen Grund übertrieben. Einen offiziellen Fanmarsch zum Stadion haben sie gar nicht geplant.

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