Sein erster „Vorstellungstermin“ auf Schalke war nicht gerade Werbung in eigener Sache. An jenem 10. September 1996 kassierte Hubertus Jozef Margaretha (kurz: Huub) Stevens im Parkstadion eine empfindliche 0:3-Pleite im Hinspiel der 1. UEFA-Cuprunde. Auch beim 2:2 im Rückspiel musste der von ihm betreute JC Roda Kerkrade die fußballerische Überlegenheit des Gegners anerkennen. Dennoch hatte Stevens, der charismatische Niederländer mit den zurück gegelten Haaren und dem Herz aus Gold, reichlich Eindruck hinterlassen bei Rudi Assauer.

Die Einstellung und vor allem die taktische Ordnung, mit der Roda aufgetreten war, imponierte dem damaligen S04-Manager. So war es keine Verlegenheitslösung, dass gut vier Wochen später, am 9. Oktober 1996, jener Huub Stevens als Nachfolger des geschassten Jörg Berger in der Schalker Kabine auftauchte und freundlich in die Runde grüßte.

Andreas Müller, damals einer der erfahrensten im Schalker Team, erinnert sich: „Als Huub vor uns stand, herrschte augenblicklich ein wahnsinniger Respekt. Vor seiner Ausstrahlung standen alle stramm, auch gestandene Nationalspieler wie Marc Wilmots oder Olaf Thon.“ Doch Stevens wusste auch fachlich zu überzeugen: „Als er übernahm, brachte er mit seinen holländischen Methoden neue Komponenten ein, so dass wir noch explosiver wurden“, erinnert sich Müller. „Anfangs waren wir nach seinen Trainings ziemlich platt, aber zusammen mit der guten Grundlagenkondition, die wir aus der Vorbereitung unter Berger hatten, war dies wohl die perfekte Mischung.“