Schalke

Felix Magath: „Schalke im Herzen zu haben, ist schwierig“

Felix Magath.

Felix Magath.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Felix Magath spricht über die Entwicklung auf Schalke. Auch er erreichte in seiner ersten Saison die Vize-Meisterschaft, dann folgte der Absturz.

Eigentlich sollte Felix Magath bei der „Football Business China“-Konferenz über den chinesischen Fußball berichten. Schließlich hat der 65-Jährige zuletzt dort gearbeitet. Doch im Rahmen der Veranstaltung nahm er sich auch Zeit, über den FC Schalke 04 zu sprechen. Hier arbeitete er ab dem Juli 2009 als Trainer und Manager, ehe er im März 2011 rausgeworfen wurde. Magath führte die Königsblauen in seiner ersten Saison in die Champions League, wurde Vize-Meister. Doch in der zweiten Spielzeit konnte seine Mannschaft die zuvor starken Leistungen nicht bestätigen, was an die aktuelle Situation in Gelsenkirchen zumindest erinnert. Außerdem kritisierten viele die Transferpolitik des ehemaligen Profis, weil er zahlreiche Spieler verpflichtete.

Herr Magath, im ersten S04-Jahr wurden Sie Vize-Meister, dann folgte der Absturz. Wie beurteilen Sie da die aktuelle Situation?

Felix Magath: Sie ist ein wenig vergleichbar. Aber es gibt schon Unterschiede. Ich habe damals im ersten Jahr eine Mannschaft übernommen, die Tabellenachter war. Außerdem hatte der Verein große finanzielle Probleme. Also bestand meine Aufgabe nicht nur darin, bessere Ergebnisse herauszuholen, sondern ich sollte auch die Mannschaft neu strukturieren. Da kein Geld da war, habe ich mich dann bei der Amateurmannschaft und bei der Jugend bedient.

Erst mit Erfolg, doch was ging im zweiten Jahr schief?

Felix Magath: Wir hatten damals keine Mannschaft, die in der Lage war, jahrelang auf höchstem Niveau zu spielen. Also mussten wir den Umbruch einleiten. Ich habe es da nicht hinbekommen, Ergebnisse zu liefern.

Sie haben damals viele Spieler ausgetauscht.

Felix Magath: Ich habe in der zweiten Saison mit Kevin Kuranyi meinen besten Stürmer verloren, weil wir kein Geld hatten, den Vertrag zu verlängern. Die Schwierigkeiten lagen dann darin, dass Spieler wie Raúl und Klaas-Jan Huntelaar ganz andere Typen waren. Außerdem habe ich mich entschieden, auf Marcelo Bordon zu verzichten, der schon 36 Jahre alt war. Ich hielt es für besser, auf den jüngeren Christoph Metzelder zu setzen, der ablösefrei von Real Madrid zu haben war. So wollte ich den Verein stabil für die nächsten Jahre aufstellen.

Wie hat sich Schalke seitdem weiterentwickelt?

Felix Magath: Die Ergebnisse lassen nicht darauf schließen, dass der Verein sportlich weiter wäre. Finanziell geht es Schalke aber besser. Und ich glaube, dass meine Arbeit die Grundlage geschaffen hat, dass der Klub wirtschaftlich gesünder dasteht.

Tragen Sie den S04 noch im Herzen?

Felix Magath: Schalke im Herzen zu haben, ist schwierig. Weil sie mit der Arbeit, die ich geleistet habe, nicht zufrieden waren. Wir sind nicht als Freunde auseinandergegangen. Aber ich habe Schalke in einem deutlich besseren Zustand hinterlassen.

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