Serie: Zehn Schalker

Warum Friedel Rausch für Mike Büskens ein Schalker Held ist

Unvergessen: Friedel Rausch (Mitte) wird während des Derbys von einem Schäferhund in den Allerwertesten gebissen.

Unvergessen: Friedel Rausch (Mitte) wird während des Derbys von einem Schäferhund in den Allerwertesten gebissen.

Foto: Imago

Gelsenkirchen.  Zehn imponierende Schalker: Bei seiner Top-Ten-Liste nominiert Mike Büskens Friedel Rausch - und viele weitere Helden, die er selbst erlebt hat.

Eigentlich, sagt Mike Büskens, dürfte man Papa Unkel nicht vergessen und Fritz Szepan oder Ernst Kuzorra sowieso nicht. Unkel war der erste Vorsitzende des FC Schalke 04, Szepan und Kuzorra haben den Schalker Kreisel geprägt – ohne diese Persönlichkeiten, sagt Büskens, würde man heute vielleicht gar nicht über Schalke 04 reden.

Doch weil dieser Verein so viele prägende Personen hervorgebracht hat, beschränkt sich Büskens (51) bei seiner Top-Ten-Liste auf die Schalker, deren großes Schaffen er noch selbst vor Augen hat.

In der WAZ-Serie „Zehn Schalker, die mir imponieren”, nominiert der Eurofighter von 1997:

1. Rudi Assauer, weil er in seiner zweiten Amtszeit den Verein geprägt hat wie kein anderer. Er hat die Mannschaft zusammengestellt, die den Europapokal gewonnen hat und zweimal Pokalsieger wurde und er war maßgeblich beteiligt am Bau der Arena. Und: Assi war in diesem Fußball-Geschäft einer, auf dessen Wort man sich verlassen konnte.

2. Marc Wilmots, weil er 1997 in Mailand den letzten Elfmeter reingehauen hat, unten links vom Schützen aus gesehen gegen Torwart Pagliuca. Diese Tat macht ihn unsterblich für mich.

3. Charly Neumann, weil er ein Riesenherz für Schalke hatte. Ich erinnere mich an unzählige Anekdoten mit Charly, insbesondere an die von unserem Halbfinal-Hinspiel 1997 auf Teneriffa. Da hat er nach dem Elfmeter-Fehlschuss von Johan de Kock die Arme hochgerissen – weil er beim Schuss nicht aufs Feld geguckt und dann gejubelt hat, weil alle im Stadion gejubelt haben…

4. Friedel Rausch, weil er sich für ein Führungstor im Derby sogar in den Allerwertesten beißen ließ und so zu einem Schalker Helden in der Höhle des Löwen wurde. (Erklärung der Redaktion: Nachdem Schalke 1969 beim Spiel in Dortmund per Elfmeter mit 1:0 in Führung gegangen war, kam es zu Tumulten auf dem Platz, in deren Folge der Hund eines Dortmunder Ordners den damaligen Schalker Verteidiger Friedel Rausch in den Hintern biss).

5. Olaf Thon, weil er durch das 6:6 im Pokalspiel gegen Bayern für ein unvergessliches Erlebnis meiner Jugend verantwortlich war. Am Vortag hatte Gladbach gegen Bremen im Pokal mit 5:4 gewonnen - ich war als jugendlicher Gladbach-Fan live vor Ort und konnte mir niemals vorstellen, dass dieses erste Halbfinale vom Bökelberg noch irgendwie zu toppen wäre. Doch dank Olaf wurde es mit dem 6:6 doch noch getoppt.

6. Willi Koslowski, der Schwatte, weil er nicht nur während seiner aktiven Karriere erfolgreich für die Blauen spielte und 1958 Deutscher Meister wurde, sondern sich auch danach voll und ganz dem FC Schalke 04 verschrieben hat. Bis weit über den Renteneintritt hinaus hat er tagtäglich für seinen Verein in der Poststelle gearbeitet. Und das mit einer Demut, die man heutzutage nicht mehr findet.

7. Der Schalker Anhang und alle, die Königsblau im Herzen tragen – weil sie trotz der beschissenen letztjährigen Saison die Mannschaft bedingungslos unterstützt haben.

8. Huub Stevens, weil ich ihn nicht nur als Spieler erleben durfte, sondern in diesem Frühjahr auch als Trainer-Kollegen. Obwohl es eigentlich wenig zu lachen gab in diesen drei Monaten, war ich überrascht, dass der Knurrer aus Kerkrade auch anders kann und ich in vielen Situationen seine humorvolle Seite erleben durfte. Aus meiner Erfahrung als Spieler kann ich sagen: Huub ist immer geradeaus, verstellt sich nie. Das kann manchmal hart sein, ist aber immer ehrlich.

9. Rolf Rüssmann, weil Rolli nicht nur auf dem Platz ein Turm in vielen Schalker Schlachten war, sondern weil er mir auch als Mensch sehr imponiert hat. Nach seiner Zeit als Manager in Stuttgart war er in den frühen 2000er-Jahren öfter bei unseren Spielen der Schalker U23. Er hat mir als jungem Trainer damals in vielen persönlichen Gesprächen, auch bei ihm zu Hause, wertvolle Tipps gegeben, für die ich ihm noch heute unendlich dankbar bin.

10. Stan Libuda, bei dem ich wohl von Glück reden kann, dass ich aufgrund unseres unterschiedlichen Alters niemals auf ihn getroffen bin. Stan war Rechtsaußen, ich war linker Verteidiger. Wenn wir im Spiel aufeinandergetroffen wären, hätte man mir danach wohl die Knoten aus den Beinen lösen müssen – bei den Haken, die Stan geschlagen hat.

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