Kommentar

Aus der Traum: Für Schalke zählt nur noch die Rettung

Bremer Freude, Schalker Frust: Yevhen Konoplyanka vor Werder-Spielern

Bremer Freude, Schalker Frust: Yevhen Konoplyanka vor Werder-Spielern

Gelsenkirchen.  Schalke 04 hat lange gehofft, im DFB-Pokal vieles gutmachen zu können. Doch dafür ist die Mannschaft fußballerisch zu schlecht. Ein Kommentar.

Robert Glatzel ist erst 25 Jahre alt. Er hat also noch genügend Zeit, um in seiner Fußballkarriere den einen oder anderen Erfolg zu verbuchen. Das, was ihm am Mittwoch gelang, wird er allerdings nur schwer übertreffen können. Wenn er also eines Tages seine Karriere beenden wird, dann wird er stolz auf etwas sein können, das selbst viele deutlich prominentere Berufskollegen nie geschafft haben. Drei Tore gegen den FC Bayern. In München. Und das als Zweitligaspieler. Grandios.


Der Deutsche Meister hat sich beim irren 5:4 gegen den krassen Außenseiter 1. FC Heidenheim ganz schön blamiert. Allerdings folgenlos. Am Ende ist doch alles wie immer: Die Bayern stehen im Halbfinale, und wer sie auf ihrem Weg zum Pokalgewinn stoppen will, wird über sich hinauswachsen müssen. Wie diese tapferen Heidenheimer, für die es dann leider trotzdem nicht reichte.

Flanken wie in der Hobby-Liga

Auch der FC Schalke 04 ist ausgeschieden. Die lange gehegte Hoffnung, durch den Pokal die peinliche Pleitensaison irgendwie noch retten zu können, hat sich zerschlagen. Die Königsblauen haben gekämpft, keine Frage. Aber sie scheiterten an einem fußballerisch überlegenen Gegner. Wie sich Werder Bremen in dieser Saison entwickelt hat, ist höchste Anerkennung wert.

Eine Lehre auch aus diesem Spiel ist für Schalke 04, dass die Mannschaft für die Zukunft dringend mit mehr spielerischer Qualität angereichert werden muss. Und zwar in allen Mannschaftsteilen. Da wurden leichtfertig Rückpässe in den Lauf der Bremer gespielt, da wurden Flanken wie in der Hobbyliga geschlagen, da wurden Chancen auf haarsträubende Art vergeben.

Kein Hintertürchen mehr für Schalke

Nun also: Keine Träumereien mehr, kein Hintertürchen, durch das man doch noch in die Europa League huschen könnte, sondern alle Konzentration auf den Kampf um den Klassenerhalt. Nur der zählt. Selbst ein Pokalsieg hätte doch bei einem fast zeitgleichen Abstieg nur ein schlechter Scherz sein können.

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