Die Geschichten über die Mitgliederversammlungen des FC Schalke 04 sind alt, sie sind legendär – es wird aber nie langweilig, sie Jahr für Jahr aus dem Archiv zu holen, weil auch sie für die Kultur dieses Klubs stehen. Da war die im Jahr 1988, als Michael Zylka gewählt wurde und als Drei-Tage-Präsident in die Geschichte einging. Sechs Jahre später war Helmut Kremers plötzlich Präsident, vor allem weil er einen Satz sagte: „Damals, zu meiner Zeit, haben wir uns für die Spiele gegen Borussia Dortmund gar nicht umgezogen.“ Es gab Rülpser auf dem Podium, knappe Wahlen, Raufereien, erbitterten Streit – wie das eben so war bei diesem hochemotionalen Klub.
Nun steht wieder eine Mitgliederversammlung an, die am Samstag um 11.04 Uhr in der Veltins-Arena beginnt. Es gibt Wahlen, nach dem Abstieg in die Zweite Liga wären größte Unruhen zu vermuten. Doch? Große Emotionen sind nicht zu erwarten, nicht einmal kleine. Die Schalker selbst rechnen nicht mit einem vollen Haus. Wird Schalke zu langweilig? Fehlen Typen? Gibt es keine Reibung mehr?


