Heiterkeit ist an gedankenschweren Tagen gerade rar beim FC Schalke 04, nach Lachen ist nur wenigen zumute – ob es nun die Fans des Bundesliga-Schlusslichts sind, die Profis oder gar die Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Also versuchte es Sportvorstand Peter Knäbel mit einer Anekdote, als am Donnerstagvormittag der neue Cheftrainer Thomas Reis vorgestellt wurde. „Nach dem Aufstieg fahren meine Familie und ich mit dem Taxi auf den Seychellen am Hotel vor – und wer kommt uns auf dem Golfcaddy entgegen? Thomas Reis. Und dann haben wir drei, vier Tage dort miteinander verbracht“, erklärte er.

Nun wäre es bei jedem anderen Verein normal, sich an so einem Tag allein auf die Vorstellung des neuen Trainers zu konzentrieren – aber auf Schalke ist ja wenig normal. Und bevor Knäbel seine Seychellen-Episode erzählte, holte er im pastoralen Ton zu einer Dankesrede auf den am Mittwoch zurückgetretenen ehemaligen Sportdirektor Rouven Schröder aus. „Er fehlt. Er wird noch ganz lange fehlen. Und jeder kennt das Gefühl des Verlustes aus seinem Privatleben: Schmerz, Enttäuschung, Angst und die ewige Frage nach dem Warum“, sagte der 56-Jährige und das ist nur ein Auszug. Pathos statt warmer Auf-Wiedersehen-Worte – Schalke eben.