Ende Februar 2019 hielt sich Mike Büskens gerade in China auf, als bei ihm mitten in der Nacht um 1.30 Uhr das Telefon klingelte. Ein Interview hatte er zugesagt, es sollte um das anstehende Bundesliga-Spiel zwischen seinen Ex-Klubs Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf gehen. Launig wie immer gab er Auskunft - doch von Müdigkeit war bei ihm selbst dann keine Spur, als die Interviewfragen längst abgearbeitet waren. "So, jetzt reden wir über Schalke", sagte er. So ist er, so ist Mike Büskens, Neun-Spiele-Cheftrainer von S04. Einer, der Schalke und die Stadt Gelsenkirchen verkörpert wie kaum ein anderer.

Büskens hatte auf Schalke schon viele Funktionen

Am Montag, als er zum Cheftrainer gemacht wurde, hatte Büskens einen besonderen Jahrestag: Exakt 30 Jahre zuvor war sein Wechsel von Düsseldorf ins Ruhrgebiet verkündet worden. 23 Jahre alt war er seinerzeit. In den folgenden drei Jahrzehnten hatte Büskens viele Rollen bei den Königsblauen - er war Profi, U23-Trainer, Co- und Interimstrainer der Profis, Mitglied im Sportbeirat, Ansprechpartner für Leihspieler, Repräsentant der Knappenschmiede in China, hatte teilweise mehrere Jobs auf einmal. Und selbst wenn er gerade einmal kein offizielles Amt auf Schalke hatte, zog es ihn immer wieder zum Trainingsgelände - und wenn er einfach nur die Übungseinheiten der jeweiligen Cheftrainer beobachtete.