Dimitrios Grammozis, das hört man von vielen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, ist der Typ netter Kerl. Kein Haudrauf, kein Schaumschläger – allerdings auch keiner, den man unterschätzen sollte, nur weil er auch im Profigeschäft die Umgangsformen nicht vergisst. Der neue Trainer des FC Schalke 04 zeigt jede Menge Mut. Denn um frühzeitig Weichen für die kommende Saison stellen zu können, begann er schon in der laufenden. Deren Verlauf aber könnte auch ihn beschädigen. Verlängert sich die desas­tröse Serie, wird am Ende auch über ihn neu geurteilt werden.

Nach der 0:5-Blamage in Wolfsburg stellte er sich relativierend und schützend vor die Spieler. Auch damit ging er ein hohes Risiko ein. Ob sie etwas anzufangen wissen mit seiner Art von Vertrauen, ob sie dazu bereit sind, ihm das zurückzuzahlen – das steht nämlich in den Sternen. Bisher haben sie es geschafft, noch jeden ihrer Trainer zu enttäuschen, zu entkräften, zu desillusionieren – bis er abgesägt wurde.