Beim Interview vor dem Derby gegen Borussia Dortmund gibt sich Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider (49) gewohnt gelassen, aber auch sympathisch-locker. Mitten im Gespräch bezieht Schneider den mit am Tisch sitzenden Schalke-Praktikanten Julius mit ein. „Julius, was willst du studieren“, fragt Schneider. Blitzschnelle Antwort des Praktikanten: „Sport-Management.“ Schneider empfiehlt Julius mit einem Augenzwinkern, dazu noch die Sprache Mandarin hinzu zu nehmen, „um irgendetwas Besonderes, was sonst kaum jemand beherrscht, zu machen.“ Danach wendet sich der Sportvorstand wieder den Interview-Fragen zu und stellt fest: „Wir haben es binnen kurzer Zeit hinbekommen, dass sich hier etwas verändert hat.“

Herr Schneider, haben Sie sich über die 0:2-Niederlage in Hoffenheim mehr geärgert oder eher in der Einschätzung bestätigt gefühlt, dass Schalkes Erneuerungsprozess noch ein langer Weg ist?

Jochen Schneider: Ich habe mich geärgert. So wie das Spiel verlief, wie dominant wir in Hoffenheim aufgetreten sind, das habe ich vorher noch nie erlebt. Weder mit meinem Ex-Verein RB Leipzig noch mit meinem früheren Klub VfB Stuttgart, mit dem wir relativ oft dort gewonnen haben. Aber so ist Fußball. Solche Ergebnisse und Spielverläufe können passieren.