82 falsche Schiedsrichter-Entscheidungen wurden in der vergangenen Bundesliga-Saison durch die Video-Assistenten korrigiert – dies bilanziert der DFB in seiner Jahres-Auswertung. Gefühlt war die Wahrnehmung eine andere: Der Video-Beweis war in den Stadien immer noch zu oft ein Ärgernis. Olaf Thon ist trotzdem ein Verfechter der Technik, aber er hat sich Gedanken gemacht, wie man den Video-Beweis besser umsetzen könnte. Der 52-fache Nationalspieler fordert im Gespräch mit der WAZ: Ehemalige Bundesliga-Profis sollten die Video-Assistenten mit ihrer Erfahrung aus ihrer Zeit als Spieler unterstützen.

Olaf Thon stellt gleich zu Beginn des Gesprächs klar, dass er sich selbst nicht als künftigen Video-Assistenten sieht: „Ich bin schon in einem Alter, in dem das wahrscheinlich nicht mehr passt”, sagt der 53-Jährige. Aber jüngeren Spielern, die jetzt gerade am Ende ihrer Laufbahn stehen, sollte der Weg zu einer zweiten Karriere als Video-Assistent aufgezeigt werden. Thon ist sicher, dass die Erfahrung aus der Praxis helfen würde, so manche strittige Situation am Bildschirm für Spieler und Fans verständlicher zu bewerten: „Als Fußballer hat man ein ganz anderes Gefühl für die Situation. Was für uns ein faires Tackling ist, ist für manchen Schiedsrichter ein Foul.” Ein gemeinsamer Austausch könnte für mehr Nähe zur Praxis sorgen.