Es ist eines der Bilder, die wie ein Mahnmal von der alten Saison in Erinnerung bleiben: Benjamin Stambouli steht mit verstörtem Blick auf dem Rasen – gerade haben die Ultras von ihm die Kapitänsbinde zurückgefordert. Stambouli, so der Vorwurf, sei nicht würdig, dieses Stück Stoff zu tragen, das die Hardcore-Fans der Schalker Mannschaft vor der Saison zum Zeichen der Verbundenheit verliehen hatten. Sie wollten es wieder zurück haben – mit Würde dem Spieler gegenüber hatte das allerdings auch nichts zu tun.
Der Franzose Stambouli musste die Prügel für die gesamte Mannschaft einstecken. Mehr noch: Für den gesamten Verein und dessen vollkommen verfehlte Personalpolitik. Die hat nämlich in den vergangenen drei Jahren zu einem dramatischen Verlust an Persönlichkeiten und an Identifikation geführt. Das war der Grund, dass Stambouli, ein ehrenwerter Profi, dem man selbst wenig Vorwürfe machen kann, überhaupt zum Schalker Spielführer aufsteigen konnte.





