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Platz drei, aber Gladbachs Hecking spürt keine Genugtuung

Gladbachs Trainer Dieter Hecking jubelt nach dem ersten Tor in München.

Gladbachs Trainer Dieter Hecking jubelt nach dem ersten Tor in München.

Foto: Getty Images

Mönchengladbach.  Vor dem Heimspiel gegen Mainz mag Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Dieter Hecking Tabellenplatz drei in der Bundesliga nicht überbewerten.

Als gebürtiger Westfale steht Dieter Hecking wahrlich nicht im Verdacht, seine Gedanken und Worte zur sportlichen Situation in der Fußball-Bundesliga mit einer Portion Euphorie zu garnieren. Der Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach sieht allerdings auch keinen Grund dafür, die Zuversicht rund um den Borussia-Park nach dem 3:0-Coup bei den Meister-Bayern kleinzureden. „Warum soll ich da bremsen? Euphorie auf den Rängen kann uns auch tragen, wenn es mal nicht so läuft“, sagt Hecking mit Blick auf das Heimspiel seines Tabellendritten am Sonntag (18 Uhr/Sky) gegen den FSV Mainz 05.

Über 50.000 Zuschauer werden nach Gladbach kommen

Die Gäste haben die wenigsten Treffer geschossen in sieben Spielen, aber auch die wenigsten kassiert. Das Torverhältnis von 4:4 lässt sicher nicht auf ein Offensivspektakel am Sonntagabend schließen. Über 50.000 Zuschauer werden trotzdem kommen. „Die Erwartungshaltung darf sicher nicht sein, dass wir Mainz aus dem Stadion schießen“, mahnt Hecking allerdings.

Die leichte Tristesse der vergangenen Saison, gerade in der Rückrunde, scheint gewichen. Sportdirektor Max Eberl, der am Freitag noch bei Marketing- und Sponsorengesprächen in China weilte, und Trainer Dieter Hecking haben offenbar die richtigen Schlüsse aus vielen unerquicklichen Vorstellungen gezogen. „Wir haben uns ein wenig reformiert“, formuliert Hecking. Ohne allerdings bereits den ersten Lorbeerkranz zu erwarten. „Die Saison ist dafür noch viel zu jung.“

Auch spüre er keine Genugtuung nach einer Rückrunde, die durchaus Kritik an seiner Arbeit als Cheftrainer kreiert hatte. „Genugtuung kommt in meinem Wortschatz nicht vor – außerdem bin ich am stärksten als Trainer, wenn es im Team mal nicht so läuft“, bekräftigt Hecking.

Sportdirektor Eberl hatte wegen der Rückrunde die bereits im Januar in Aussicht gestellte Vertragsverlängerung nach hinten geschoben, sogar über die Sommerpause hinaus. Mit dem erfolgreichen Saisonstart bei vier Siegen in sieben Partien und nur einer Niederlage, dem 2:4 bei Hertha BSC, mochte dann auch Hecking nicht mehr auf sein am Saisonende auslaufendes Vertragspapier eingehen. Zumindest nicht öffentlich.

Natürlich spielt bei all dem Erfolg auch das Personal eine gewichtige Rolle. Nach Monaten der Mangelverwaltung sind die Fohlen mittlerweile fast komplett im Stall. Nur Torjäger Raffael plagt sich weiter mit einer Wadenverletzung herum, dürfte aber in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Das Überangebot an brauchbaren Profis hilft sehr, weil es den Konkurrenzkampf fördert. Verlangt von Trainer Hecking aber auch die eine oder andere harte Entscheidung.

Beim 3:0 in München vor zwei Wochen musste der in starker Form spielende Patrick Herrmann für das Comeback von Lars Stindl auf die Bank. US-Nationalspieler Fabian Johnson bekam erst gar keinen Kaderplatz. „Das sind auch immer harte Entscheidungen für mich als Trainer, weil ich mit den Jungs ja mitfühle. In München lag ich mit den Entscheidungen richtig, das klappt aber auch nicht immer“, so Hecking.

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