Interview

Gladbach-Spieler Raffael: „Ich muss auf mich aufpassen“

Raffael.

Foto: firo

Raffael. Foto: firo

Mönchengladbach.   Gladbachs Torjäger Raffael spielte zu oft verletzt. Das soll sich nicht wiederholen. Der Brasilianer spricht über Brasilien, Bruder Ronny und seinen Nachfolger.

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Auch auf Raffael kommt es an. Wenn Borussia Mönchengladbach an den internationalen Startplätzen schnuppern will, sollte der Torjäger verletzungsfrei bleiben. 19 Pflichtspiele verpasste der Brasilianer in der vergangenen Saison wegen diverser Wehwehchen. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht Raffael in der Startelf, wenn es zu Angstgegner FC Augsburg geht. Die Borussen haben in zwölf Bundesliga-Spielen gegen den FCA nur zweimal gewonnen.

Tut es weh, Hoffenheim in der Qualifikation zur Champions League in Liverpool zu sehen?

Raffael: Ein wenig schon, aber so ist der Fußball. Man kann nicht immer gewinnen. Vor einem Jahr waren wir in den Play-offs und haben uns gegen Bern durchgesetzt. Wir wollen wieder nach Europa und haben dafür auch eine gute Mannschaft, dies zu schaffen.

Dazu braucht Gladbach aber einen gesunden Raffael, oder?

Raffael: Das stimmt, ich hatte viele Verletzungen zuletzt. Zu viele.

War das auch eine Form der Überbelastung, die Borussia hatte ja 51 Pflichtspiele zu bewältigen?

Raffael: Irgendwie schon. Aber ich will immer spielen. Da ist es manchmal egal, ob ich müde oder verletzt bin. Ich muss da ein wenig besser auf mich aufpassen (lacht).

Was macht Gladbach für Sie aus? Schließlich verbringen Sie bei Borussia bis zum Vertragsende mit sechs Spielzeiten die längste Strecke ihrer Laufbahn.

Raffael: Ich fühle mich wie zu Hause, ganz einfach. Wohlfühlen ist für einen Fußballprofi ein ganz wichtiger Faktor. Ich möchte hier so lange bleiben, wie es möglich ist.

Kein Heimweh nach Brasilien?

Raffael: Ich sage es mal so: Sollte ein gutes Angebot nach meinem Vertragsende bei Borussia kommen, würde ich drüber nachdenken. Ich bin dann 34, die Serie A in Brasilien hat ein gutes Niveau. Aber ich habe noch zwei Jahre Vertrag bei Borussia, bis dahin beschäftige ich mich mit diesen Themen noch nicht.

Die Serie A zahlt wegen eines gut dotierten Fernsehvertrages seit Jahren ganz ordentlich.

Raffael: Auch deshalb kehrt der eine oder andere Star, der lange in Europa gespielt hat, in die Heimat zurück. Das wertet die Liga natürlich auf.

Haben Sie einen Lieblingsklub in Brasilien?

Raffael: Ja, den FC Sao Paulo. Das ist einer der am besten geführten Klubs.

Wäre Ihre Heimatstadt Fortaleza auch eine Alternative?

Raffael: Eher nicht. Fortaleza EC ist nur Drittligist. Dort spielt aber mein Bruder Ronny mit. Dann wären wir wieder zusammen (lacht).

Wie 2010 bei Hertha BSC. Stimmt es, dass Ihr damaliger Trainer Markus Babbel Sie lieber im defensiven Mittelfeld gesehen hat als vorn?

Raffael: Ja, und da war ich ziemlich verschenkt. Aber ich wollte spielen, egal wo. Dann habe ich eben auch den Sechser gegeben.

Lucien Favre hat Sie dann bei Hertha wieder in den Angriff gestellt.

Raffael: Zum Glück. Er hat mich als Trainer jeweils über zwei Jahre in Zürich, in Berlin und auch bei Gladbach am meisten geprägt. Er hat immer Fußball nach vorn spielen lassen, das hat für mich perfekt gepasst.

Sie sind mit gerade einmal 18 Jahren aus Brasilien zum FC Chiasso in die Schweiz gewechselt. Wie verpackt man als ganz junger Fußballer solch einen Sprung?

Raffael: Ich war ganz allein, und es war verdammt schwer. Aber ich hatte großes Glück: Eine Woche nach mir hat Chiasso einen zweiten Brasilianer geholt, der Italienisch konnte und mir sehr geholfen hat. Solch ein Glück braucht jeder Mensch manchmal.

Deshalb können Sie sich sicher bei Borussia in die Lage von Julio Villalba gut hineinversetzen, der als junger Angreifer mit 18 Jahren aus Paraguay den Sprung gewagt hat.

Raffael: Sogar sehr gut. Und gerade für Julio war der Wechsel von Raúl Bobadilla aus Augsburg zu uns wichtig. Er hat jetzt jemanden, der perfekt Spanisch spricht und ihn etwas an die Hand nimmt.

Sie haben selber zwei kleine Söhne. Bahnt sich ein neuer Raffael an?

Raffael: Es ist noch zu früh, dies zu behaupten. Raffael Junior (8, d. Red.) hat durchaus Talent. Er schießt besser mit dem linken als mit dem rechten Fuß. Das könnte seine Chance sein. Linksfüßer sind gefragter im Profifußball.

Was muss Raffael Junior besser können als der Papa?

Raffael: Wenn er einen besseren, härteren Schuss hinbekommt, kann er vielleicht irgendwann einmal besser werden als ich.

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