Bundesliga-Check

Borussia Mönchengladbach kann Platz vier bis sechs anpeilen

Gladbachs Trainer Dieter Hecking im Trainingslager in Rottach-Egern.

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Gladbachs Trainer Dieter Hecking im Trainingslager in Rottach-Egern. Foto: dpa

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach baut auf zwei Weltmeister: Christoph Kramer und Matthias Ginter. Talente erhöhen das spielerische Potenzial. Der Check.

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Streng genommen hat Borussia Mönchengladbach für diese Saison das Thema Europa schon hinter sich. Die fünfwöchige Vorbereitung auf die Bundesliga-Spielzeit wirkte streckenweise wie eine ausführliche Runde in der Europa League: KAS Eupen, OGC Nizza, FC Malaga und Leicester City hießen unter anderem die Testgegner.

Cheftrainer Dieter Hecking und seine Fohlen werden darauf hinarbeiten, spätestens 2018 wieder internationale Luft schnuppern zu dürfen. Die Zielsetzung, besser als Vorjahresplatz neun einzulaufen, heißt übersetzt: am liebsten Sechster werden oder besser. Die attraktive Gegnerschar der vergangenen Saison – Manchester City etwa, der FC Barcelona, Celtic Glasgow und auch der AC Florenz – machen Hunger auf mehr Fußball jenseits der Bundesliga-Bühne.

Zudem versetzten die Zusatzeinnahmen aus Champions League und Europa League von fast 40 Millionen Euro die Elf vom Niederrhein in die Lage, auf dem Transfermarkt mitmischen zu können. Mehr als 35 Millionen Euro gab Sportdirektor Max Eberl aus. In der Vorsaison waren es sogar 38 Millionen. Da kamen allerdings 42 Millionen allein für den Transfer von Kapitän Granit Xhaka zum FC Arsenal rein.

Die Voraussetzungen, nach einem Jahr Pause wieder einen europäischen Wettbewerb zu erreichen, scheinen günstig. Gleich zwei Weltmeister stehen im Fohlenaufgebot. Das gab es seit Ende der 1970er-Jahre nicht mehr, als Gladbach mit Berti Vogts, Rainer Bonhof, Jupp Heynckes, Herbert Wimmer sowie Torwartlegende Wolfgang Kleff seine fünf Bundesliga-Titel im Sturmlauf einsammelte.

Damals wie heute sind WM-Sieger in der Startelf gesetzt: Kramer im defensiven Mittelfeld, Ginter in der Innenverteidigung. Der 17-Millionen-Euro-Mann aus Dortmund soll dabei jene Lücke stopfen, die der ausgeliehene Däne Andreas Christensen nach seiner Rückkehr zum Premier-League-Meister FC Chelsea hinterlässt.

Die Erwartungshaltung gerade an den erfahrenen Ginter, der als Weltmeister, Confed-Cup-Sieger und Champions-League-Starter bereits in den höchsten Fußball-Sphären unterwegs war, ist immens. „Ich weiß, dass Borussia auf mich baut. Das ist eine schöne Verpflichtung. Und deswegen bin ich ja auch da“, sagt der gebürtige Freiburger, der mit seinen 23 Jahren der zweitälteste Neuzugang ist. Lediglich Freistoßexperte Vincenzo Grifo (24) übertrifft Ginter noch.

Zakaria: schnell und kraftvoll

Christoph Kramer ist 26. „Wenn ich unsere jungen Spieler im Training sehe, fühle ich mich fast wie ein Opa“, sagt der gebürtige Solinger. Kramer dürfte im defensiven Mittelfeld in Denis Zakaria einen 20-jährigen Schweizer an seiner Seite haben. Der für zwölf Millionen Euro von den Young Boys Bern transferierte Nationalspieler überzeugt bisher defensiv mit körperlicher Präsenz, offensiv mit blitzschnellen und doch kraftvollen Vorstößen. „Wir müssen noch an der Feinabstimmung arbeiten, insgesamt passt es aber gut“, hebt Weltmeister Kramer hervor.

Der erst 17-jährige Franzose Mickael Cuisance, der in der Vorbereitung in Eupen keck einen Freistoß aus 30 Metern Distanz im Ziel versenkte, könnte als spielstarker Sechser ebenso eine Alternative sein wie der 19-jährige Slowake László Bénes. Beide haben das Zeug, den nach Dortmund gewechselten Mahmoud Dahoud zu beerben. An Talenten mangelt es im Kader von Cheftrainer Dieter Hecking wahrlich nicht.

Prognose: Die Borussia besitzt großes spielerisches Potenzial, um Platz vier bis sechs anzupeilen.

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