Eine der wichtigsten Schaltstellen für den deutschen Frauenfußball versteckt sich im Frankfurter Stadtteil Heddernheim hinter hohen Hecken. Im Erdgeschoss des villenartigen Gebäudes mit seinen gepflegten Terrassen sind eine Physiotherapie- und Arztpraxis beherbergt, im obersten Stockwerk ist Siegfried Dietrich mit seiner Agentur SIDI-Sportmanagement untergebracht. Von hier aus führt der Manager und Investor des 1. FFC Frankfurt schon im Normalfall täglich fast unzählige Telefonate. Nun kommen durch das Coronavirus noch die vielen Krisengespräche dazu. Am Mittwochabend ist sein Klub von einer ersten Erkrankung betroffen: Eine Akteurin klagte über die typischen Symptome.

Weil die Ansteckung aber im persönlichen Umfeld stattgefunden habe und die Spielerinnen bereits individuell trainiert hätten, müssten Mannschaft, Trainer und Betreuer nicht getestet werden, teilte der Verein mit. „Mit der schnellen Verbreitung von Covid-19 war klar, dass auch der FFC früher oder später von Corona-Fälle betroffen sein wurde“, sagt Dietrich. Der 62-Jährige arbeitet aktuell mit drei Mitarbeitern selbst an der Belastungsgrenze. Seitdem er auch den Vorsitz des neuen DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen besetzt, gilt seine Mitverantwortung dem weiblichen Gesamtbereich.