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BVB wird Karten nicht los: Wollen die Fans überhaupt zurück?

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Die BVB-Fans singen You’ll never walk alone (links), gegen Mainz sollen über 60.000 kommen. Davon kann Hoffenheim nur träumen

Die BVB-Fans singen You’ll never walk alone (links), gegen Mainz sollen über 60.000 kommen. Davon kann Hoffenheim nur träumen

Foto: Getty/Imago

Dortmund.  Der Fußball erinnert wieder an Normalität. Aber Plätze bleiben frei. Der BVB schraubt die Erwartungen runter. Die Gründe sind vielfältig.

Klickt man sich im Internet durch das Ticketportal von Borussia Dortmund, erscheinen dort bei der Platzauswahl grüne, gelbe und blaue Punkte. Immer noch lassen sich problemlos Karten kaufen für das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und live in unserem Ticker) gegen den FSV Mainz 05. Was dem Klub durchaus zu denken geben dürfte. Denn eigentlich verspricht diese Bundesliga-Partie die langsame Rückkehr zur Normalität in der Pandemie. 67.000 BVB-Fans können durch die gelockerte Corona-Schutzverordnung ins Stadion – so viele wie seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr.

Aber wollen sich überhaupt genügend auf den Weg machen?

BVB will gegen den FSV Mainz 05 60.000-Marke knacken

Bei der Borussia spricht man schon jetzt davon, dass man nur noch die 60.000-Marke knacken wolle. Viel mehr seien nicht möglich, weil die Gäste aus Mainz ihr Kontingent nicht ausschöpfen würden und die Randbereiche auf den Tribünen nicht besetzt werden dürften. Und generell seien 60.000 Fans schon eine gute Zahl. Stimmt einerseits, gerade im Vergleich zu anderen Klubs. Andererseits färbt der Verein so die Probleme schön, denn vor der Corona-Krise strömten fast selbstverständlich über 81.000 Menschen ins weltweit bewunderte Dortmunder Stadion.

Es deutet sich an, dass Fans nicht wie auf Kopfdruck wieder auf den Tribünen Platz nehmen, obwohl sie es jetzt wieder dürfen. Nur der 1. FC Köln scheint, ausgelöst durch die Euphorie rund um den neuen Trainer Steffen Baumgart, keine Probleme zu haben, alle seine Karten loszuwerden. Im Ticketportal von Borussia Mönchengladbach sind hingegen wie beim BVB viele Plätze bunt gesprenkelt. 46.000 Karten können für das Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen den VfB Stuttgart Geld einbringen, erst 37.000 sind weg. Als Zielmarke nennt der Klub jetzt 40.000.

Dramatischer stellt sich die Lage etwa beim VfL Wolfsburg dar, immerhin ein Champions-League-Teilnehmer in dieser Saison. Im Schnitt wollen 10.676 Zuschauer die Spitzenmannschaft von Trainer Mark van Bommel bestaunen. Bei der TSG Hoffenheim liegt der Schnitt sogar nur bei 8.321. Zum Vergleich: Die 12.500 Karten für das Regionalliga-Derby gegen Rot-Weiß Oberhausen wurden Rot-Weiss Essen quasi aus den Händen gerissen.

Normalität beim BVB? Nicht ganz

Gründe lassen sich viele aufzählen. Zunächst einmal klingen die möglichen Zuschauerzahlen zwar wieder nach Normalität, trotzdem befindet sich Deutschland weiterhin in der Corona-Pandemie, und einiges unterscheidet sich von einem Stadionbesuch vor der Krise. Die Angst vor einer Infektion kann Menschen abschrecken. Genauso wie die Auflagen. Auf dem Weg zu den Plätzen muss eine Maske getragen werden. Einige Klubs wenden die 2G-Regel an. Borussia Dortmund ist vor dem Mainz-Spiel auf 3G umgeschwenkt. Nur Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen herein. Fans berichten zudem von technischen Problemen beim Kartenkauf.

BVB-Trainer Marco Rose freut sich auf die Fans

Außerdem fehlt in Dortmund vermutlich noch die aktive Fanszene, die beim BVB eine enorme Strahlkraft besitzt und Massen mobilisieren kann. Noch haben sich die Ul­tras nicht mitgeteilt, aber eigentlich haben sie schon im vergangenen Jahr klargestellt, dass sie erst bei einer vollen Auslastung zurückkehren werden.

Der Mannschaft helfe in jedem Fall jeder Fan, sagt Trainer Marco Rose. „Das ist ein Faktor, der uns gefehlt hat. Wir freuen uns riesig darauf. Wir wollen, dass wir in unserem Stadion eine Heimmacht werden.“ Und spektakuläre BVB-Spiele werden wohl am ehesten dafür sorgen, dass die bunten Punkte im Ticketportal weniger werden.

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