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BVB kündigt Sparkurs an – nur wenige Transfers im Sommer

Der BVB möchte das englische Top-Talent Jude Bellingham verpflichten. Die Ablösesumme muss jedoch im Rahmen bleiben.

Der BVB möchte das englische Top-Talent Jude Bellingham verpflichten. Die Ablösesumme muss jedoch im Rahmen bleiben.

Foto: dpa

Dortmund.  Wegen der Verluste durch die Corona-Krise muss der BVB sparen. Im Sommer gibt es weniger Transfers – und die Mannschaft verzichtet auf Gehalt.

Borussia Dortmund ist durch die Corona-Krise hart getroffen, das hat sich schon am Montag gezeigt: Da verkündete der Klub, dass er für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem Verlust von 45 Millionen Euro rechnet. „Und da das Geschäftsjahr heute endet, wird sich daran auch nichts mehr ändern“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Dienstag. „Was uns aktuell an Einnahmen wegbricht, ist dramatisch.“

Rund vier Millionen Euro fehlen nach jedem Heimspiel ohne Zuschauer, die TV-Partner zahlten aufgrund der langen Pause weniger als geplant und auch in der Champion League wird deutlich weniger Geld fließen, weil Sponsoren und TV-Partner weniger zahlen. „Wir stehen vor einem gigantischen Berg von Risiken, das wird oft unterschätzt“, sagt Watzke.

Für den BVB bedeutet dies zweierlei: Erstens muss das Geld beisammengehalten werden, am Transfermarkt wird sich der BVB zurückhalten. „Wir wissen nicht wie die Lage sich entwickelt, deshalb müssen wir vorsichtiger sein“, erklärt Watzke. „Auf der Abgabenseite wird nicht viel passieren, der Transfermarkt ist praktisch tot. Dann wird auf der Zugangsseite auch nicht so viel passieren.“

BVB will Jude Bellingham verpflichten

Nach Informationen dieser Redaktion will der BVB noch das 16-jährige englische Talent Jude Bellingham verpflichten, sofern die Ablösesumme bei etwa 20 Millionen Euro liegt. Dann wäre die Kaderplanung abgeschlossen, wenn nicht doch noch ein Klub die dreistellige Ablösesumme bietet, die der BVB für Jadon Sancho bekommen möchte.

Ansonsten geht es darum, „so viel Liquidität wie möglich zu haben“, meint Watzke. „Deswegen nehme ich alles Geld, das ich kriegen kann.“ Für den BVB-Boss bedeutet dies den Bruch mit einem ehernen Dogma: Nie wieder wollte er, dass der Klub Schulden aufnimmt, nun aber geht es nicht anders. „Und wenn wir das Geld nicht brauchen, zahlen wir es zurück“, sagt der 61-Jährige.

Und dann gilt es auch, die laufenden Kosten zu senken, was nicht ganz einfach ist: Das meiste Geld verschlingt der Kader, der der zweitteuerste der Bundesliga ist. Und die Spieler haben laufende Verträge, weshalb sich Kosten nicht allzu schnell senken lassen. Immerhin: Bis Ende des Jahres verzichtet die gesamte Mannschaft auf einen Teil des Gehalts. Sollte die Krise länger dauern, wird dann erneut das Gespräch gesucht. Außerdem wird der BVB schon länger geplante Investitionen zurückstellen, etwa das Großbauvorhaben an der Strobelallee vorm Stadion, wo unter anderem ein Fanhaus entstehen sollte.

Akut gefährdet aber sei der BVB nicht, sagt Watzke: Sollte die Rückkehr in die Normalität länger brauchen, reiche die Liquidität für zwei oder möglicherweise sogar drei Jahre. „Dann müssen wir unsere Kostenstrukturen aber angepasst haben“, sagt der BVB-Boss, was auch bedeutet: Manch teurer Spieler müsste verkauft werden. Dass es so lange dauert, bis die Einnahmen wieder deutlich steigen, glaubt aber niemand – auch deswegen schließt der BVB-Boss mit zuversichtlichen Worten: „Um Borussia Dortmund muss sich keiner Sorgen machen.“

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