Das alles ist ja noch nicht so lange her, als dass es in Vergessenheit geraten wäre. 2005 hätte es Borussia Dortmund beinahe nicht mehr gegeben. Nach Ansicht eines Bankers lag der stolze Verein bereits „im Vorraum der Pathologie“, der Traditionsgigant hatte sich überhoben und stand vor der Insolvenz. Am Düsseldorfer Flughafen stimmten die Anteilseigener des Immobilienfonds Molsiris, an den das Stadion verkauft worden war, einem Sanierungskonzept zu. Rettung statt Pleite – in letzter Minute.

Das war eine furchtbare Zeit für alle Dortmunder. Vor allem für diejenigen, die Verantwortung trugen. Michael Zorc war einer von ihnen. Der langjährige Borusse, schon als Spieler ein Anführer, musste als Sportdirektor den Fußballbetrieb aufrechterhalten, während tosende Stürme und Dauergewitter den Verein durcheinanderwirbelten. Das war eine hohe Kunst.