Der letzte Pfiff kam um 17.25 Uhr von Schiedsrichter Felix Brych – und anschließend herrschte im Bremer Weserstadion fast Totenstille. Torwart Jiri Pavlenka sackte am Torpfosten direkt auf den Hosenboden, Verteidiger Theodor Gebre Selassie zog sich das Trikot über den Kopf. Mit einer in jeder Hinsicht bodenlosen Darbietung bei der 2:4 (0:1)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach hat sich der SV Werder Bremen das zweite Mal nach 1980 aus der Bundesliga verabschiedet. Der dienstältestete Erstligist verbuchte aus den vergangenen zehn Spielen nur noch einen einzigen Punkt: Einen Negativtrend, den auch der Notretter für den letzten Spieltag installierte Thomas Schaaf nicht mehr stoppen konnte. „Es hat nicht gereicht, was wir geliefert haben. Es ist eine Riesenenttäuschung und Leere bei mir“, gestand der 60-Jährige. „Ich habe es versucht und hatte gehofft, dass ich der Mannschaft noch so viel mitgeben kann, dass es reicht." Schaaf weiß genau, welche Zäsur dieser tiefe Fall für Stadt und Verein bedeuten; allzu gerne hätte er noch einmal den Rettungsanker und Identitätsstifter gegeben.


