Interessante Änderung im Aufsichtsrat des Bundesliga-Rückkehrers FC Schalke 04: Der Schalker Fan-Club Verband (SFCV) hat seinen Vertreter im elfköpfigen Gremium ausgetauscht. Michael Riedmüller (55) verlässt das Gremium nach fünf Jahren, Melanie Illburger (49) rückt nach. Wie die Schalker mitteilten, hätte der SFCV Illburger auf der eigenen Jahreshauptversammlung als Nachfolgerin bestimmt.

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Der Zeitpunkt dieses Wechsels ist brisant. Um den SFCV gibt es gerade zwei Diskussionen. Erstens: Die Kooperationsvereinbarung mit Schalke ist noch nicht über den 30. Juni hinaus verlängert. Vorstandschef Matthias Tillmann hatte zuletzt eine Verlängerung in Aussicht gestellt, aber gesagt: „In dem Verband funktionieren einige Dinge richtig gut. Andere Dinge haben sich geändert über die Zeit. Das, was vielleicht vor drei, vier Jahren oder fünf oder noch länger gut war, muss nicht mehr heute das Optimale sein.“

Zweitens: Ein Antrag auf Satzungsänderung von Dennis von Heesen, Vorsänger der Ultras Gelsenkirchen (UGE), sorgt für Aufregung. Er fordert, dass der Fan-Platz im Aufsichtsrat nicht mehr automatisch vom SFCV vergeben wird, sondern durch ein Fan-Gremium, dem unter anderem die Ultras angehören. Dieser Antrag kommt bei der Mitgliederversammlung am 18. Juli zur Abstimmung.

Schalke: Fanclub-Verband tagte – Rekordbesuch

Die Jahreshauptversammlung des SFCV war in diesem Jahr auch deshalb so gut besucht wie noch nie. Illburger, Vorsitzende des SFCV, sagte: „Wir haben unsere Fanclubs aufgerufen, mit möglichst vielen S04-Mitgliedern zur Mitgliederversammlung des Klubs zu kommen und dagegen zu stimmen.“ Zum SFCV gehören rund 25.000 Vereinsmitglieder, und damit deutlich mehr als beispielsweise zu den Ultras Gelsenkirchen.

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Mit Michael Riedmüllers Amtsführung im SFCV-Vorstand waren die Fanclubs offenbar nicht mehr zu 100 Prozent einverstanden. Nur hauchdünn wurde Riedmüller erneut in den Vorstand gewählt. Von 305 abgegebenen Stimmen erhielt er lediglich 153. Es gab 109 Nein-Stimmen, 35 Enthaltungen, acht Stimmen waren ungültig. Auch von Riedmüller stammt ein Antrag für die Mitgliederversammlung, darin geht es um die Rolle des Ehrenpräsidiums. Riedmüller stellte den Antrag unter anderem mit Sven Kirstein, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrat – Kirstein hatte vor seiner Zeit im Aufsichtsrat lange eine führende Rolle bei den Ultras.

Er engagierte sich stets uneigennützig und im Sinne des Vereins.

Axel Hefer, Aufsichtsrats-Chef, über Michael Riedmüller

Von Aufsichtsrats-Chef Axel Hefer erhielt Riedmüller viel Lob: „Michael hat in einer sehr schwierigen Phase Verantwortung übernommen und sich in den Dienst des Vereins gestellt. Er hat sich aktiv eingebracht, als es darum ging, Schalke auf einen neuen, einen besseren Weg zu führen. Michael engagierte sich stets uneigennützig und im Sinne des Vereins. Er tat dies zu einer Zeit, als ein Mandat auf Schalke keineswegs populär war. Dafür gebührt ihm größter Dank und Respekt.“