Miron Muslic war außer sich. Als Schiedsrichter Michael Bacher den Linksverteidiger Moussa Ndiaye mit Gelb-Rot vom Platz schickte, platzte bei Schalkes Trainer Miron Muslic der Kragen. Wutentbrannt rief der Österreicher etwas in Richtung des Unparteiischen. Doch die Beschwerden waren erfolglos, der Platzverweis blieb bestehen – schon, weil der Video-Assistent bei Gelb-Rot-Entscheidungen nicht eingreifen darf. Erst ab der kommenden Spielzeit wird dies dank einer Regelanpassung möglich sein.

Wöchentlich
Schalke-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zu S04.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Klar ist: Der Platzverweis von Ndiaye wäre bei einer Überprüfung korrigiert worden. Die TV-Bilder zeigen eindeutig, dass nicht etwa der Schalker foul spielt, sondern eher gefoult wird. Elversbergs Lukas Petkov ging nach dem Zweikampf mit Ndiaye zwar zu Boden, doch nur, weil er dem Schalker auf den Fuß getreten und dabei ausgerutscht ist. Ein Foulspiel lag offensichtlich nicht vor. Das haben selbst die Elversberger nach Schlusspfiff zugegeben. „Es war sicherlich keine Gelb-Rote Karte“, so Trainer Vincent Wagner.
Schalke im Pech: Petkov foult eigentlich Ndiaye
Schalkes Trainer Miron Muslic ging in seiner Analyse der Situation sogar noch weiter. „Man sieht es auf den Bildern. Es ist ein klares Abstempeln, also Foulspiel von Petkov an Ndiaye.“ Laut des S04-Coaches hätte es sogar eine Gelbe Karte für den Elversberger geben müssen. „Die Wahrnehmung des Schiedsrichters war aber eine andere“, beschrieb Muslic.

In den Sozialen Medien äußerten sich auch einige S04-Profis zum Platzverweis. Rechtsaußen Adil Aouchiche schrieb unter ein Video der Szene: „Weil du zu gut bist. Es ist der einzige Weg, dich zu stoppen, Bruder.“ Ron Schallenberg fühlte sich an eine ähnliche Situation in der vergangenen Saison erinnert. Damals sah der Mittelfeldspieler bei einem Auswärtsspiel in Nürnberg ebenfalls unberechtigt Gelb-Rot.
Legt Schalke Einspruch gegen die Sperre ein?
Abwehrchef Nikola Katic, der mit Knieverletzung ausgefallen war, reagierte ebenfalls bei Instagram und postete unter das Video der Ndiaye-Szene ein GIF mit legendärem Zitat von Star-Trainer José Mourinho: „I prefer not to speak. If I speak I am in big trouble.“ Katic will sich – so sinngemäß übersetzt – also nicht zur Szene äußern, weil er sonst große Schwierigkeiten bekommen könnte. Einverständnis mit dem Platzverweis sieht anders aus.
Lesen Sie auch
Obwohl Moussa Ndiaye das Feld schon in der 51. Minute verlassen musste, reichte es für Schalke in Elversberg zum 2:1-Sieg. Aufgrund der Gelb-Roten wird der Linksverteidiger den Gelsenkirchenern allerdings im Heimspiel gegen Preußen Münster am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gesperrt fehlen – außer die Deutsche Fußball Liga revidiert die Entscheidung. Schalke wird jedenfalls versuchen, gegen die Sperre vorzugehen. Am Montagmorgen kündigte der Klub an, Berufung einzulegen. Auf diesem Gebiet sammelte die Rechtsabteilung des Revierklubs erst kürzlich positive Erfahrungen: Als Schalke sich nach dem 2:2 gegen Hannover gegen die Rotsperre von Edin Dzeko wehrte und diese erfolgreich verkürzen konnte.








