Alles klappte dann doch nicht bei Moussa Sylla. Gern hätte der 26-jährige Stürmer des FC Schalke 04 sein Tor-Comeback in Ruhe gefeiert, doch dann stand nach dem Spiel bei Darmstadt 98 in den Katakomben des Stadions am Böllenfalltor ein Mann mit Weste vor ihm. Die Aufschrift: Dopingkontrolle. Also ging das Spiel für den Stürmer, der mit seinem Treffer das Schalker 1:1 (1:1) im Topspiel ermöglichte, in die ungewollte Verlängerung und am Ende musste er sich beeilen, um die Abfahrt des Mannschaftsbusses nicht zu verpassen.

Schalke-Stürmer Dzeko ist am Ostersonntag wieder dabei

firo :  21.03.2026 ,
Fussball, Fußball, 2.Liga, 2.Bundesliga, Saison 2025/2026, 
Darmstadt 98 - FC Schalke 04
Streicheleinheiten: Schalke-Trainer Miron Muslic (l.) mit Moussa Sylla.© firo sportphoto/HMB Media/Joaquim Ferreira | Joaquim Ferreira

Sylla hatte den einmalig rotgesperrten Edin Dzeko in der Sturmspitze vertreten, eine ganze Woche lang hatte Schalke diskutiert, ob der Stürmer, der in der Winterpause schon so gut wie weg war und MLS-Klub New York City FC zugesagt hatte, diesem Druck standhalten würde. Sylla hätte sich bereits verabschiedet, hatte Trainer Miron Muslic vor dem Spiel berichtet, stand dann aber wenige Tage später wieder auf der königsblauen Matte, eine schwierige Situation für alle. Seine Mitspieler hatten dennoch vor Syllas Startelf-Comeback großes Vertrauen. „Eins muss ich ihm hoch anrechnen“, sagte beispielsweise Timo Becker. „Moussa war jeden Tag zu 100 Prozent mit dem Kopf beim Training, hat die Mannschaft unterstützt, auch als es nicht leicht war hinter Edin Dzeko als Stürmer Nummer zwei.“

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Sylla war in der ersten Hälfte sehr gut im Spiel, wie die komplette Schalker Mannschaft. Er ging genau richtig ins Pressing, als wäre er immer in der Startelf gewesen und nicht zuletzt vor zwei Monaten beim 0:0 in Berlin. Er rieb sich in den Zweikämpfen gegen die Darmstädter Abwehr-Riesen Patric Pfeiffer (1,96 Meter) und Matej Maglica auf (1,98 Meter) auf. Und gab sich spielfreudig: In der 11. Minute wurde ein Sylla-Schuss geblockt, später leitete er Chancen von Dejan Ljubicic (14.) und Adil Aouchiche (42.) ein. Für seinen guten Auftritt belohnte er sich vor der Pause: Nach einer Aouchiche-Ecke hatte Timo Becker am ersten Pfosten den Ball mit dem Kopf erwischt und an den Innenpfosten des Darmstädter Tores geköpft. Sylla ahnte, wohin der Ball prallen wurde und köpfte ihn zum Schalker Führungstreffer ins linke Eck. Es war erst Syllas fünftes Saisontor.

Das Tor schießt Moussa, weil er instinktiv spürt, dass der Ball abprallt.

Miron Muslic, Trainer des FC Schalke 04

Becker freute sehr. „Das Tor fällt nach unseren Prinzipien. Ich gehe auf den ersten Pfosten und köpfe das Ding. Der Ball springt vom zweiten Pfosten wieder raus. Ich bin froh, dass ich den Ball Moussa auflegen konnte, weil er das Tor mehr verdient hat als ich“, sagte Becker. Trainer Muslic lachte ein wenig über Beckers Aussage und gab schmunzelnd an, er würde das Becker nicht glauben: „Der hätte ihn sicher gern selbst reingemacht.“ Anschließend analysierte Muslic: „Das Tor schießt Moussa, weil er instinktiv spürt, dass der Ball abprallt. Das ist ein typisches Nummer-9-Tor. Ich bin froh, dass er in einem Spiel, wo er sehr wichtig war, zur Stelle war.“ Muslic fühlte sich bestätigt: „Ich habe immer gesagt, dass Moussa ein Faktor für uns ist und werden wird für die laufende Saison. Heute war ein großer Moment.“ Auch wenn Isac Lidberg (45.+5) noch das Ausgleichstor gelang: Sylla war der Schalker Gewinner des Spiels. „Schön für Moussa“, lobte Direktor Youri Mulder. „Moussa ist ein Stürmer, der vielleicht den Rhythmus nicht braucht – doch ist da und macht das Tor. Er hat die Verteidiger der Darmstädter vor Probleme gestellt.“

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Da steht er richtig: Moussa Sylla köpft den Ball zum 1:0 für Schalke ins Darmstädter Tor.© firo | Ferreira

Schalke trifft nun auf den KSC

In der Länderspielpause geht es nun für die Schalker darum, sich ein bisschen auszuruhen und zu regenerieren. Am Donnerstag (18 Uhr) steht ein Freundschaftsspiel beim Drittligisten 1. FC Schweinfurt 05 an, in dem – diese Prognose ist nicht schwierig – wohl nur Talente und lange verletzte Spieler zum Einsatz kommen werden.

Im nächsten Zweitligaspiel der Schalker gegen den Karlsruher SC (Ostersonntag, 13.30 Uhr/Sky) dürfte Sylla trotz des wichtigen Treffers am Böllenfalltor wieder auf der Bank sitzen. Denn dann ist Edin Dzeko wieder spielberechtigt. Auch das wird ihm bewusst gewesen sein, als er um kurz vor Mitternacht gerade noch rechtzeitig den Bus betrat und die rund dreistündige Rückfahrt Richtung Ruhrgebiet begann.