In einem Brief an Vorstand und Aufsichtsrat des FC Schalke 04 fordern die Geschäftsführer wichtiger S04-Geldgeber sowie einige ehemalige Aufsichtsräte und auch Legenden wie Jahrhunderttrainer Huub Stevens Konsequenzen für die aktive Fanszene.

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Sie verurteilen die beleidigenden Protest-Plakate gegen den langjährigen Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, die während des Heimspiels gegen Dynamo Dresden (2:2) von verschiedenen Ultra-Gruppierungen in der Nordkurve präsentiert worden sind, scharf. Teile der aktiven Fanszene hatten eine mögliche Aufstellung von Clemens Tönnies zur Wahl ins Ehrenpräsidium zum Anlass genommen, gegen den 69-Jährigen zu schießen.

Vorwurf: Beleidigungen gegen Tönnies schaden dem Image von Schalke 04

Im Schreiben, das von den ehemaligen Aufsichtsräten Prof. Dr. Stefan Gesenhues, Dirk Metz, Uwe Kemmer und Dr. Armin Langhorst sowie von den Ex-Trainern Huub Stevens, Peter Neururer und den Sponsoren Thomas Hagedorn (Geschäftsführer Hagedorn AG), Hans Mosbacher (Gesellschafter Stölting AG) sowie Tobias Ragge (Geschäftsführer HRS) unterschrieben wurde, heißt es: „Wir sind der Überzeugung, dass es eigentlich jedem echten Schalker peinlich sein muss, wie das Bild und Image unseres Vereins dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden ist.“

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Auf den Plakaten wurde Tönnies unter anderem als „Schweinepriester“, „Rassist“ oder „Ekelschwein“ bezeichnet. „Durch die ekelhaften Beleidigungen, die Gossensprache, ist jedes noch soeben erträgliche Niveau unterschritten worden, die Beleidigungen erfüllen sicher die Voraussetzungen der Strafbarkeit“, heißt es im Brief an die Schalker Vereinsführung.

Gruppe fordert Konsequenzen für die Schalker Ultras - so reagiert S04

Die Gruppe, die vor allem aus langjährigen Tönnies-Weggefährten besteht, fordert die Vereinsführung dazu auf, „diese Taten nicht achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen und als Teil einer vielfältigen und lebendigen Fankultur abzutun oder gar zu verteidigen“. Stattdessen wird erwartet, dass die Taten „glaubhaft verurteilt“ werden und dass die Schalker „Strafanzeige wegen Beleidigung stellen“.

Die Schalker reagierten am Nachmittag mit einer Stellungnahme, in der sie betonten, dass sie „als eingetragener Verein für Meinungsfreiheit und gelebte Diskussionskultur“ stehen. Weiter heißt es: „Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die innerhalb kürzester Zeit bewusst an Medien gegeben werden, helfen Schalke dabei, seine Ziele zu erreichen.“ Stattdessen rufen Vorstand und Aufsichtsrat zur Geschlossenheit und einem respektvollen Umgang auf.

Schalke: Top-Sponsoren gehören zur Kritiker-Gruppe

Brisant ist das Schreiben für Schalke 04 vor allem, weil es auch von wichtigen Sponsoren unterschrieben wurde: Thomas Hagedorn zählt mit seinem Unternehmen zu den „Exklusivpartnern“ der Gelsenkirchener. Der gleichen Gruppe gehört auch die Firma Stölting an. HRS ist sogar Trainingskit-Partner der Schalker.

Allein diese drei Unternehmen zahlen den Schalkern in Summe einen mittleren einstelligen Millionen-Betrag jährlich. Vertraglich sind Stölting, HRS und Hagedorn zwar noch an Schalke 04 gebunden, kurzfristig muss der Klub somit keine Konsequenzen fürchten. Mögliche Vertragsgespräche mit den Sponsoren könnten allerdings komplizierter werden, sofern Schalke nicht wie gefordert gegen die Ultras durchgreift. „Wir sind sicher, dass die Bilder auch die Sponsoren unseres Vereins nicht unbeeindruckt lassen“, heißt es vielsagend im Brief.