Derbyzeit auf Schalke – das lockte auch bei eisigen-2 Grad Celsius am Freitagabend zahlreiche Fans ins Parkstadion. Immerhin empfingen die königsblauen Frauen die eine Liga höher spielenden Erzrivalinnen von Borussia Dortmund. Waren die beiden Revierklubs in der vergangenen Saison noch im Finale des Westfalenpokals aufeinandergetroffen, kam es in dieser Spielzeit bereits in der zweiten Runde des Wettbewerbs zu diesem prestigeträchtigen Duell. Am Ende jubelten die Schalkerinnen, weil sie ein hart umkämpftes 2:1 über die Zeit gebracht hatten.


Schalke gegen den BVB: Wilde erste Halbzeit im Parkstadion 

Dass Schalke Revanche für die vergangenen beiden Begegnungen – in der Westfalenliga hatte der BVB das direkte Meisterschaftsduell mit 2:1, im Pokalfinale mit 2:0 gewonnen – wollte, wurde an diesem Abend schon früh klar. Nicht nur durch lautstarke „Anti-BVB“-Rufe aus dem großen königsblauen Block auf der Tribüne, sondern auch durch einen mutigen Start der Schalker Spielerinnen auf dem Rasen. Sie ließen gegen Schwarz-Gelb so gut wie keine Torchance zu und gingen nach 24 Minuten sogar selbst in Führung: Mandy Islacker legte den Ball aus dem Zentrum links raus auf Jolina Opladen, die den Ball zwar nicht sauber, aber über BVB-Keeperin Laura van der Laan hinweg ins lange Eck traf.  

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Der Gegentreffer stachelte die Dortmunderinnen nochmal richtig an: Das Spiel wurde hitziger, der BVB rieb sich an Kleinigkeiten auf und haderte das eine oder andere Mal mit einer Schiedsrichter-Entscheidung. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser emotionalen Entladung gelang Schwarz-Gelb der Ausgleich: Nach einem Sololauf durch die S04-Abwehr schloss Rita Schumacher aus etwa 13 Metern ab und versenkte den Ball halbhoch neben dem linken Pfosten (39. Minute). Julia Matuszek im Kasten der Gastgeberinnen war sogar noch mit den Fingerspitzen dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.  

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Sah in der Folge alles danach aus, als hätte der BVB die Partie jetzt im Griff, klingelte es unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch einmal auf der anderen Seite: Einen Fehler im Dortmunder Aufbauspiel wusste Olympia- und Champions-League-Siegerin Islacker ohne Probleme für sich zu nutzen und schob überlegt unten rechts ein (45.). Van der Laan war aus kurzer Distanz chancenlos. Im Parkstadion entbrannte großer Jubel, sowohl bei der königsblauen Mehrheit unter den 2300 Zuschauerinnen und Zuschauern auf den Rängen als auch auf der Schalker Ersatzbank, die im Kollektiv aufsprang und den Treffer zum 2:1-Pausenstand gemeinsam feierte.  

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Der BVB kam mit einer klaren Mission aus der Kabine – das zeigte sich bereits in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff: Schwarz-Gelb agierte jetzt deutlich druckvoller, schnürte Schalke über weite Strecken hinten ein und drängte mit aller Macht auf den erneuten Ausgleich. Ecke um Ecke segelte in den Strafraum der Gastgeberinnen, dass Matuszek dabei das eine oder andere Mal am Ball vorbeisprang, konnte der BVB nicht nutzen. Im letzten Drittel fehlten immer wieder die entscheidenden Zentimeter.  

Mandy Islacker (links) erzielte das entscheidende 2:1 für Schalke 04.
Mandy Islacker (links) erzielte das entscheidende 2:1 für Schalke 04.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Sinnbildlich dafür die zwei Szenen aus der 66. und 69. Minute: Erst verpasste Celina Baum eine gefährliche Hereingabe von Annika Enderle von der rechten Seite denkbar knapp, dann setzte wenig später Sara Ito ihren Distanzschuss hauchzart am linken Pfosten vorbei. Schalke beschränkte sich fast nur noch aufs Verteidigen, setzte alles daran, das Ergebnis irgendwie über die Zeit zu bringen – und konnte sich bei Torhüterin Matuszek bedanken, dass das auch gelang: In der 84. Minute parierte die 22-Jährige den wohl gefährlichsten Dortmunder Abschluss im zweiten Durchgang von Derby-Rekordtorschützin Enderle. Der vermeintliche Ausgleich in der Nachspielzeit durch die eingewechselte Jasmin Jabbes wurde aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben. Danach kannte der Schalker Jubel keine Grenzen.