Noch vor einem Jahr hatte es Matthias Tillmann bei der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 nicht leicht. Der Vorstandsvorsitzende stand damals massiv in der Kritik, wurde in Redebeiträgen beleidigt. Heute ist die Welt bei den Gelsenkirchenern eine andere. In seiner rund 20-minütigen Rede zu Beginn der Versammlung kassierte er an gleich mehreren Stellen viel Applaus.

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Etwa, als er die neue Mitgliederzahl verkündet hat. Nachdem der Klub erst vor wenigen Wochen die magische 200.000er-Marke geknackt hatte, sind es inzwischen sogar 204.000 Mitglieder. „204.000 Menschen, die diesen Verein lieben und leben“, so Tillmann. „Auch wenn wir aktuell ein Zweitligist sind, Schalke 04 war nie größer.“ Als besonders bemerkenswert stuft der Vorstandschef ein, dass Schalke selbst in der Krise gewachsen ist. „Auch in unseren schwersten Zeiten seid ihr uns treu geblieben“, sagt er. „Gelsenkirchen ist keine Weltstadt, aber Schalke 04 ist der sechstgrößte Verein der Welt! Darauf können wir stolz sein.“
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Tillmann fordert für Schalke-Fans praktikable Lösungen beim Thema Pyrotechnik
Wie groß die Nachfrage nach Schalke 04 ist, zeigen exemplarisch die angefragten Auswärtstickets. „Ihr seid doch alle bekloppt“, sagte Tillmann, als er eine Grafik vorstellte, die zeigt, dass für alle verbleibenden Auswärtspartien der Saison schon jetzt über 12.000 Anfragen eingegangen sind. „Das nächste Spiel in Münster könnten wir also allein ausverkaufen.“
Spannend waren auch die Aussagen Tillmanns bezüglich Fan-Materialien und Pyrotechnik. „Wir stehen für Choreografien – das macht die Stimmung hier aus“, stellte Tillmann klar. „Deswegen stehen wir für Fan-Materialien und praktikable Lösungen beim Thema Pyrotechnik, dafür setzen wir uns ein.“
Schalke-Chef Tillmann: „Wir lehnen Kollektivstrafen ab“
In diesem Zusammenhang betont Schalkes Vorstandschef auch, dass der Klub mit Blick auf die anstehende Innenministerkonferenz eine klare Haltung habe: „Wir lehnen Vorverurteilung und Kollektivstrafen ab.“ Von den anwesenden Mitgliedern gab es für diese Aussage tosenden Applaus.
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Obwohl Tillmann mit seinen Aussagen generell eine Tür für Pyrotechnik im Stadion öffnet, schlägt er auch kritische Töne an. Zuletzt habe es „negative Schlagzeilen“ gegeben, die dem Verein geschadet haben, sagte er und spielte dabei etwa auf die Fan-Gewalt rund um das Testspiel in Dublin an. „Gewalt hat hier keinen Platz“, so Tillmann. „Es ist in unserem Leitbild verankert und wir nehmen es sehr ernst. Auch, wenn Pyrotechnik Menschen gefährdet, verurteilen wir das.“









