Timo Becker wollte endlich einmal wieder persönlich dabei sein. Der Vize-Kapitän, seit Wochen verletzt und inzwischen wieder im Aufbautraining, unterstützte die Zweitliga-Mannschaft des FC Schalke 04 im Spiel beim Karlsruher SC im Gästeblock. Lange war dort die Laune prächtig. Schalke zeigte sich zunächst gut erholt von der 0:4-Klatsche im Pokal bei Darmstadt 98, führte sogar mit 1:0. Am Ende aber gingen die Königsblauen vor 33.180 Zuschauern als 1:2 (0:0)-Verlierer vom Platz.

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Beim Aufwärmen und in den ersten fünf Minuten schien sich der Schalke-Horror vom Böllenfalltor fortzusetzen. Kurz vor dem Anpfiff fühlte sich Hasan Kurucay unwohl, kurzfristig rückte Felipe Sanchez in die Startelf. Schon nach 35 Sekunden sah Innenverteidiger Mertcan Ayhan nach einem Foul die Gelbe Karte. Der KSC erarbeitete sich zwei Freistöße in gefährlicher Position, und dann schaltete sich auch noch der Video-Assistent Patrick Ittrich ein. Es ging um ein Foul von Adrian Gantenbein an Christoph Kobald im S04-Strafraum. Elfmeter? Nach minutenlangem Check entschied Schiedsrichter Max Burda: Im Vorfeld stand ein KSC-Spieler im Abseits. Schalke atmete ganz tief durch.

Schalke nur mit Mini-Möglichkeiten
Die Mannschaft kämpfte sich aber zurück ins Spiel. Sie gewann vermehrt die direkten Duelle und hatte die Lufthoheit. Auch wenn in einer zerfahrenen Partie aus dem Spiel heraus wenig funktionierte: Die Schalker erarbeiteten sich viele Standardsituationen, die gefährlich in den KSC-Strafraum flogen. Vor allem einer zeichnete sich aus: Ex-Nationalspieler Amin Younes, der sein Startelf-Debüt in dieser Saison feierte. Trainer Miron Muslic hatte ihn lange links liegenlassen und das öffentlich begründet – nun spielte Younes doch.
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Nach Younes-Ecken kamen Nikola Katic (10., schoss nach verpatzter Ballannahme drüber) und Mertcan Ayhan (39., Kopfball wird kurz vor der Torlinie geklärt) zu guten Chancen. In der 17. Minute wurde Younes an der Eckfahne von einem Gegenstand getroffen. Auch da stand er im Blickpunkt. Aus dem Spiel heraus hatte Schalke nur zwei kleinere Möglichkeiten, doch ein Fallrückzieher von Moussa Sylla (27.) und ein Schrägschuss von Kenan Karaman (40.) verfehlten das Ziel.
Schleusener hat gegen Schalke beste Chance vor der Pause
Und die Karlsruher? Nach fünf druckvollen Startminuten gelang ihnen nicht mehr viel. Sehenswert war nur eine Choreographie, in der die KSC-Anhänger die Fanfreundschaft mit Racing Straßburg feierten. Zwischenzeitlich murrten die Fans sogar, wenn Torwart Hans Bernat den Ball zu lange am Fuß hielt, weil ihm die Anspielstationen fehlten. Wie aus dem Nichts hatte der KSC in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die bis dahin beste Chance: Fabian Schleusener lief allein aufs Tor zu und scheiterte am herausragend reagierenden Torwart Loris Karius (45.+2). Adrian Gantenbein reklamierte eine Abseitsposition Schleuseners und sah dafür Gelb: seine fünfte in dieser Saison. Zur Pause blieb es beim 0:0.
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So viel vor der Pause passierte, auch wenn es eher Zweikämpfe als Kombinationen waren, so wenig geschah unmittelbar nach Wiederanpfiff. Zuweilen wirkte es, als hätten sich beide Mannschaften in der Kabine auf ein 0:0 geeinigt. Dass Schalkes Defensive in dieser Phase so gut stand, lag vor allem an Abwehrchef Nikola Katic, der seine jungen Innenverteidiger-Nebenmänner Ayhan und Sanchez glänzend führte und kaum einen Zweikampf verlor.
Schalke kassiert Ausgleich beim KSC nach einer Ecke
Katic stand auch in der ersten gefährlichen offensiven Aktion nach der Pause im Mittelpunkt: Nach einer Schalker Flanke wurde er vom Karlsruher Marcel Franke in der 66. Minute zu Boden gerissen. Schiedsrichter Burda zeigte schnell auf den Elfmeterpunkt und Franke die Gelbe Karte. S04-Kapitän Kenan Karaman blieb eiskalt und schoss den Ball zum Schalker 1:0 ins Tor – im Gästeblock musste Timo Becker beim Torjubel bestimmt auf sein Knie aufpassen…
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Eine Führung genügte den Königsblauen in dieser Saison immer, um drei Punkte zu holen und mit der Führung im Rücken spielten die Schalker zunächst sicher. Als wenig auf einen Karlsruher Ausgleich hindeutete, fiel aber das 1:1. In der 76. Minute bekam der KSC seine erste Ecke zugesprochen. David Herold flankte in die Mitte, dort gewann Marcel Beifus das Kopfballduell gegen Sanchez, unter dem Körper von Torwart Karius hindurch rutschte der Ball ins Netz.

Danach begann eine hektische Schlussphase – und beide Teams bekamen noch Matchbälle. Der Schalker Peter Remmert (89.) und der Karlsruher Leon Opitz (90.) liefen allein aufs Tor zu, schossen aber daneben. In der zweiten Minute der Nachspielzeit aber stieg der Karlsruher Torjäger Fabian Schleusener höher als alle anderen und köpfte den 2:1-Siegtreffer. Der Lucky Punch!










