77 Minuten waren gespielt, und so sehr sich die Profis des FC Schalke 04 bemühten: Der Ball wollte einfach nicht ins Tor der SpVgg Greuther Fürth fliegen. Dann fasste sich Kenan Karaman ein Herz, doch auch der S04-Kapitän scheiterte an Fürths Torwart Pelle Boevink. Doch auf der rechten Seite rauschte Finn Porath heran und drückte den Ball aus ganz spitzem Winkel über die Linie. Es war einer der verdientesten Treffer in den vergangenen Jahren in der Arena und bescherte Schalke einen 1:0 (0:0)-Sieg. Über Nacht kletterte Schalke auf den zweiten Platz.

13:0 Torschüsse für Schalke in der ersten Hälfte

Die Schalker nahmen den Schwung vom souveränen 2:0 in Magdeburg mit - so überlegen wie in der ersten Halbzeit waren sie wohl zuletzt, als Raúl, Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan noch parallel für S04 spielten. 66 Prozent Ballbesitz führten zu 13:0 Torschüssen, 14:2 Flanken und 7:2 Ecken. Und doch hieß es nach 45 Minuten 0:0, und die Szene, über die Schalkes Fans in der Halbzeitpause am meisten diskutierten, betraf Abwehrspieler Timo Becker. Der hatte sich in der neunten Minute am Knie verletzt und musste schon früh ausgewechselt werden.

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Dass die Schalker zunächst nicht über Tore oder große Chancen reden konnten, lag daran, dass ihre Mannschaft bei aller Überlegenheit zwar oft bis zum Strafraum kam und der Ball auch bei Standardsituationen reihenweise in den Fürther Strafraum flog, doch nur drei gute Chancen brachte S04 zustande. Adrian Gantenbeins Flachschuss wurde vom eigenen Stürmer Christian Gomis geblockt (5.). Der auffällige Soufiane El-Faouzi schoss den Ball nach einem feinen Solo aus spitzem Winkel knapp über das Tor (12.). Und ein Kopfball von Ron Schallenberg wurde kurz vor der Fürther Torlinie geklärt (32.).

Finn Porath trifft für Schalke aus spitzem Winkel

In der zweiten Hälfte spielten die Schalker vor 60.625 Zuschauern Richtung Nordkurve - und der Spielverlauf änderte sich nicht. Weiterhin dominierte Schalke das Spiel, probierte es mit vielen langen Bällen und Diagonalpässen. Und auch wenn keine Kurzpass-Kombinationen zu sehen waren: Den Fans gefiel das Spiel ihrer Mannschaft, auch wenn es weiter 0:0 stand, hatte jeder in der Arena das Gefühl: Dieses verflixte eine Tor zum Sieg würde noch fallen.

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Und je näher das Spielende rückte, desto lauter wurden die Fans und desto näher kamen die Königsblauen dem Treffer: Kenan Karaman köpfte den Ball in die Arme von Fürths Torwart Pelle Boevink (54.), auch Vitalie Becker (68.) und Moussa Sylla (74.) scheiterten an Boevink, bevor große Stunde von Porath schlug. Nachdem Schalke dank des aufmerksamen Torhüters Loris Karius (parierte einen Schuss von Omar Sillah in der 90. Minute) die Fürther Schlussoffensive überstanden hatte, begann für die Fans nach dem fünften Sieg im siebten Spiel die nächste Party in dieser bisher so gelungenen Saison.