Zumindest ein bisschen Bundesliga-Luft durfte die Profis des FC Schalke 04 am Freitagnachmittag schnuppern. Auf dem Nebenplatz des Borussia Parks haben sich die Gelsenkirchener mit Erstligist Borussia Mönchengladbach gemessen – und sich trotz der 0:2 (0:1)-Niederlage achtbar verkauft. Luca Netz (6.) und Franck Honorat (54.) trafen für die Elf vom Niederrhein. Ein Klassenunterschied war aber einzig in der Chancenverwertung auszumachen.

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Warum? Weil die Schalker unter Trainer Miron Muslic aggressiv und mutig aufgetreten sind. In mehreren Spielphasen schafften es die Königsblauen die Gladbacher früh unter Druck zu setzen, auch einige Ballverluste wurden so provoziert. Schon der Start war vor 1700 Zuschauern vielversprechend. Keine zwei Minuten waren gespielt, da kam S04-Kapitän Kenan Karaman nach Flanke von Mauro Zalazar aus rund zehn Metern frei zum Abschluss – doch der 31-Jährige hatte Pech: Er erwischte den Ball nur mit der Wade. Die große Chance zur Führung wurde so kläglich vergeben.
Schalke: Kenan Karaman hat Probleme, Christian Gomis schlägt sich gut
Nur wenige Augenblicke später zeigten die Schalker schon die nächste gute Kombination über Soufiane El-Faouzi, Janik Bachmann, Neuzugang Christian Gomis und Kenan Karaman – doch wieder machte es der Kapitän nicht gut. Statt selbst den Abschluss zu suchen, versuchte er noch einmal auf Finn Porath abzulegen, doch sein Zuspiel wurde abgefangen.
Noch immer ist Karaman die verpasste Vorbereitung anzumerken. Nach seiner Verletzung ist der ehemalige türkische Nationalspieler noch nicht wieder der Alte. Deutlich weniger Probleme hatte hingegen Christian Gomis.

Vier Tage nach seiner Verpflichtung trug der 25 Jahre alte Senegalese erstmals das S04-Trikot und konnte zumindest in Ansätzen zeigen, warum Schalke mehr als eine Million Euro für seine Dienste an den FC Winterthur überwiesen hat. Seine guten Tiefenläufe rissen mehrfach Lücken in die Gladbacher Abwehr, auch technisch und in den Zweikämpfen machte er es ordentlich. Ein Treffer war ihm beim Debüt zwar nicht vergönnt, doch gefährlich war er trotzdem: Seinen Fernschuss konnte Borussia-Keeper Jonas Omlin erst im Nachfassen parieren (34.), kurz nach der Pause verpasste er dann eine Flanke von Christopher Antwi-Adjei nur um Haaresbreite (46.).
Wenn es schnell geht, haben die Schalker Probleme
In der insgesamt unterhaltsamen und ausgeglichenen Partie hatte aber auch der Erstligist seine Momente. Auffällig war, dass die Gladbacher etwas sauberer im Passspiel waren als die Königsblauen – und im Angriff Tempo-Vorteile hatten. Gerade die Flügelspieler Charles Herrmann und Robin Hack machten den Schalkern vor der Pause mit ihren Läufen Probleme. Aus einem tollen Laufweg in die Spitze resultierte auch die 1:0-Führung. Bei seinem Gladbach-Debüt spielte Ex-Dortmunder Giovanni Reyna einen perfekten Steilpass in den Lauf von Luca Netz, den Ball über S04-Torwart Justin Heekeren ins Top lupfte.
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Auch im zweiten Durchgang kam Schalke zwar mit einer Chance des eingewechselten Christopher Antwi-Adjei gut ins Spiel (50.) – doch es fehlte die Effektivität im Abschluss. Wie es besser geht, machten die Gladbacher vor. So reichte ein langer Ball, um die Schalker Abwehr zu überspielen, weil sich Stürmer Franck Honorat im Laufduell mit Felipe Sanchez durchsetzen konnte. Sein Abschluss aus spitzem Winkel klatschte vom Innenpfosten ins Tor – das 2:0 (53.).

In der Schlussphase belohnte Trainer Muslic dann noch einige Talente - so bekamen Mika Wallentowitz (17) und Luca Vozar (18) aus der eigenen U19 rund 30 Minuten Spielzeit auf Profiniveau - beide spielten zum ersten Mal überhaupt in der ersten Mannschaft. Auch Paul Pöpperl aus der U23 wurde eingewechselt. Die Folge war allerdings, dass die Königsblauen mit der rundum veränderten Mannschaft mehr und mehr Probleme hatten. Offensive Entlastung gab es kaum noch. Stattdessen war Torwart Heekeren noch einige Male gefordert und verhinderte weitere Gegentore.
Weiter geht es für die Schalker nach einem freien Wochenende am kommenden Samstag mit dem Zweitliga-Heimspiel gegen Holstein Kiel.
Schalke 04: Heekeren – Becker (46. Matriciani), Ayhan, Sanchez (82. Jung) – Gantenbein (62. Wallentowitz), El-Faouzi (46. Younes), Zalazar (46. Schalenberg), Porath (46. Donkor) – Bachmannz (62. Vozar), Karaman (46. Antwi-Adjei) – Gomis (62. Pöpperl)
Tore: 1:0 Netz (6.), 2:0 Honorat (53.)











